Zukunft von Klaiber weiter in der Schwebe

Von Manfred Stockburger

Öhringen - Die Stunde der Entscheidung naht: Noch in dieser Woche muss die Zukunft des Öhringer Fiat-Autohauses Klaiber geklärt werden, sonst wird eine Fortführung des noch laufenden Geschäftsbetriebs praktisch unmöglich: Ohne einen Investor fehlt dem vorläufigen Insolvenzverwalter Karl-Heinz Branz das Geld, um das Autohaus nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens weiterzubetreiben - und die wird voraussichtlich am Sonntag, 31. Januar, erfolgen.

Chance für Michelfeld

Bei einer Betriebsversammlung erklärte Branz gestern Nachmittag in Öhringen den rund 70 Beschäftigten, dass sie zunächst in eine Transfergesellschaft wechseln sollen. Die bietet ihnen mindestens vier Monate lang eine wirtschaftliche Absicherung, indem sie den möglichen Beginn der Arbeitslosigkeit hinauszögert. Eine Transfergesellschaft hat das Ziel, die vom Arbeitsplatzverlust betroffenen Beschäftigten so schnell wie möglich wieder in neue Arbeitsverhältnisse zu vermitteln. Die Agentur für Arbeit übernimmt deswegen einen Teil der Kosten. "Die Mitarbeiter sind echt motiviert", lobt Branz.

Für die Klaiber-Filiale in Michelfeld, die bisher rund 20 Mitarbeiter hatte, gibt es laut Branz eine "wirklich greifbare Chance", dass ein Fiat-Händler aus einer benachbarten Region einsteigt und den Betrieb als Filiale weiterführt. Wenn das so kommt, dann könnte jedenfalls ein Teil der Michelfelder Klaiber-Mitarbeiter an ihre angestammten Arbeitsplätze zurückkehren.

Ritt auf Rasierklinge

Für den Öhringer Hauptstandort des Fiat-Händlers ist Branz allerdings deutlich weniger optimistisch. "Wir reiten auf dem schmalen Ende einer Rasierklinge", beschreibt der Anwalt seine Situation. Für das Stammhaus hatte unter anderem der Ende 2006 als Geschäftsführer ausgeschiedene Dieter Klaiber Interesse bekundet. Laut Branz ist aber noch offen, ob diese Lösung kommt.

Unterdessen sind auch Wettbewerber der italienischen Marke auf das Vakuum im Öhringer Autohandel aufmerksam geworden. Nicht nur bei Branz haben sich Vertreter anderer Marken gemeldet. Per Zeitungsanzeige hat am Wochenende ein "renommiertes Autohaus mit deutschem Markenfabrikat" im Raum Öhringen eine Immobilie zu kaufen oder zu pachten gesucht.




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