Ziehl-Abegg verbucht Rekordumsatz

Von unserem Redakteur Manfred Stockburger

Ziehl-Abegg wächst kräftig
Künzelsaus Kathedrale der Technik: In diesem schalltoten Prüfstand bringen die Ingenieure von Ziehl-Abegg den Motoren und Ventilatoren das Flüstern bei. Foto: Ziehl-Abegg 

Künzelsau - Der Künzelsauer Motoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 358 Millionen Euro gesteigert − und damit die eigenen Erwartungen deutlich übertroffen. Wenn nicht die Versorgung mit manchen Elektronikbauteilen und Rohstoffen gestockt hätte, dann wäre sogar noch mehr drin gewesen, sagt Vorstandschef Peter Fenkl.

Alle Geschäftsbereiche und alle Regionen hätten zu dem Wachstum beigetragen, betont Fenkl. Er blickt auch mit Zuversicht nach vorn, wenngleich er im neuen Jahr von einem Umsatzzuwachs lediglich im einstelligen Bereich ausgeht. Zu schnelles Wachstum sei auch nicht gesund. "Man muss die Leute auch mal durchschnaufen lassen", sagt er. Nach einigen Monaten der Konsolidierung erwartet er erst im Frühsommer wieder eine deutlich spürbare Belebung des Geschäfts.

Weniger zufrieden ist Fenkl mit dem Ergebnis, das die Künzelsauer im vergangenen Jahr erwirtschaftet haben − Zahlen nennt das Unternehmen keine. Es reiche aus, um auch das künftige Wachstum und weitere Investitionen finanzieren zu können. "Aber der Wettbewerb ist sehr intensiv", sagt der Vorstandschef. Vor zwei oder drei Jahren hätte das Unternehmen noch nicht so stark um Aufträge kämpfen müssen − vor allem im Bereich der Klima- und Kältetechnik. "Das ist kein Wunder, weil in den vergangenen Jahren neue Kapazitäten aufgebaut wurden", erklärt er. Auch die großen Schwankungen bei Währungen und bei den Rohstoffpreisen brächten ganz neue Herausforderungen für einen Mittelständler mit sich.

Mehr Profil

Besonders gut sind die Geschäfte im vergangenen Jahr in den heimischen Märkten gelaufen. Trotz der relativen Marktsättigung sei der Umsatz in Deutschland stärker gestiegen als im Rest Europas. Sein Erfolgsrezept für diese Märkte: "Mehr Profil zeigen."

Dass sich das Unternehmen vergangenes Jahr in Ländern wie Spanien, Portugal oder Griechenland schwerer tat, ist keine Überraschung, ebenso wenig, dass die Märkte in Asien weiter boomen. Aber auch in Amerika laufen die Geschäfte gut. So gut, dass Ziehl-Abegg dort eine Fertigungsstätte mit 10 000 Quadratmetern Produktionsfläche hat. "Das entwickelt sich sehr positiv", sagt Fenkl. Technikvorstand Norbert Schuster begründet den Aufbau des Standorts mit Kundennähe: "Wenn ein Kunde kurzfristig eine Änderung haben will, können wir nicht sagen, dass wir seinen Ventilator nach Deutschland schicken müssen."

Mit dem Umsatzplus ist auch die Belegschaft größer geworden − weltweit um 300 auf rund 3100. In Hohenlohe ist die Belegschaft um 100 auf knapp 1700 gewachsen, obwohl parallel personalintensive Arbeiten nach Ungarn verlagert wurden. Dort investierte die Firma vergangenes Jahr 3,5 Millionen Euro in die Erweiterung des Werks in Künzelsaus Partnerstadt Marcali, wo jetzt 700 Mitarbeiter beschäftigt sind. Finanzchef Achim Curd Rägle sieht in dem Wachstum der vergangenen Jahre auch eine Bestätigung der Personalpolitik: Auch im Krisenjahr 2009 hatte Ziehl-Abegg an der Stammbelegschaft festgehalten.

Ziehl-Abegg AG

Ziehl-Abegg wurde 1910 in Berlin gegründet. In den 1950er Jahren hat die Firma in Künzelsau die Basis für moderne Ventilatoren entwickelt. Sie ist die Mutter des Lüftungstechnik-Clusters. Die Ziehl-Abegg AG befindet sich in Familienbesitz. mfd
 




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