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Techniker mit viel Kontakt zur Basis
Waldenburg - Nur eines hat sich nicht verändert in den zwei Jahrzehnten, die Peter Völker bei R. Stahl in führender Position geprägt hat: die Physik. Ansonsten? Das Unternehmen ist gewachsen und an die Börse gegangen. Es ist von Künzelsau nach Waldenburg gezogen. Die Fördertechnik-Sparte, auf die die Firma zurückgeht, wurde verkauft. Und auch die Welt des Explosionsschutzes hat sich stark verändert − etwa dadurch, dass die Normen, die in dieser Industrie gelten, jedenfalls in Europa harmonisiert wurden.
In seiner ersten Funktion als Entwicklungsleiter bei R. Stahl hat sich Völker viel mit diesen Normen und ihrer Umsetzung in Produkte beschäftigt. Seit 2002 hat er als Vorstand sein Wissen im Vertrieb und beim Innovationsmanagement zur Anwendung gebracht.
Berater
Seit Jahresbeginn ist der 60-Jährige im Ruhestand, als Berater steht der promovierte Elektrotechniker dem Unternehmen aber weiterhin zur Verfügung. So will der Manager, für den es auf Vorstandsebene zumindest vorerst keinen Nachfolger gibt, einen reibungslosen Übergang schaffen. Obwohl er auch weiterhin ein Büro im Waldenburger Verwaltungsgebäude hat, soll der Schnitt ein klarer sein: "In operative Themen mische ich mich nicht mehr ein", betont er. Er werde weiterhin Projekte ausarbeiten und neue Produkte vorschlagen. "Ob und wie sie dann umgesetzt werden, das entscheiden dann die anderen." Allen voran sein bisheriger Vorstandskollege Martin Schomaker, der die Verantwortung für das Unternehmen jetzt alleine trägt.
Völker war nie ein Vorstand, der sich in seinem Büro oder einem anderen Elfenbeinturm zurückgezogen hätte: Selbst am Messestand war er immer in der ersten Reihe zu finden: Der Umgang mit Menschen macht dem Manager, der inzwischen in Öhringen wohnt, offensichtlich viel Spaß. "Man muss sich die Dinge von der Basis her anschauen", sagt er. Deshalb hat er auch gerne Fabriken und Ölbohrinseln besucht. "Wenn man mit den Leuten vor Ort spricht, dann kann man dabei eine Menge lernen", sagt der gebürtige Bensheimer.
Nicht aus seiner hessischen Heimat, sondern aus dem Stuttgarter Raum kam er 1990 nach Künzelsau. "Ich bin kein Stadtmensch", sagt der Vater zweier Söhne. Aber der Stadtteil Amrichshausen sei seiner damaligen Frau dann doch zu ländlich gewesen. In Künzelsau selbst ist er dann heimisch geworden, im Tennis-Club und Albert Berners legendärer Männersportriege. Seine Freundschaften dort pflegt der Rotarier auch weiterhin.
Seminare
Ganz auf das Thema Explosionsschutz verzichten wird Völker aber auch im Ruhestand nicht. An der Hochschule Heilbronn hat er einen Lehrauftrag und er veranstaltet Seminare zum Thema, wie Schaltgeräte so konstruiert werden können, dass sie auch in Chemiefabriken oder bei der Ölförderung keine Explosionen verursachen können. Die Regeln der Physik bleiben schließlich gleich. Auch in Zukunft.
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