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Sparkasse kommt gut durchs Krisenjahr
Von Ralf Reichert
Hohenlohe - Die Sparkasse Hohenlohekreis hat das wirtschaftliche Krisenjahr 2009 gut überstanden. Als Kreditgeber für die heimischen Unternehmen war das Geld-Institut so gefragt wie 2008: 425 Millionen Euro wurden Firmen zur Verfügung gestellt. Bei den Privatkunden war die Kreditnachfrage eher verhalten: für den Wohnungsbau genauso wie für den Konsum. Das Gesamtvolumen der Ausleihungen sank von 445 auf 425 Millionen Euro.
Dafür stabilisierten sich die Einlagen auf Rekordniveau. Im Geschäftsjahr 2008 hatte die Sparkasse erstmals die Eine-Milliarde-Euro-Grenze geknackt. Die Einlagen der Privatkunden wuchsen erneut überdurchschnittlich: um 2,5 Prozent auf 754 Millionen Euro. Auch die Einlagen der Unternehmen stiegen wie im Vorjahr kräftig: um nochmals rund 20 Prozent auf jetzt 184 Millionen Euro. Die öffentlichen Haushalte kappten ihre Einlagen von 138 Millionen auf 97 Millionen Euro.
Viele Firmen verfügen also trotz Krise über kurzfristige liquide Mittel, was Werner Gassert, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, freut: "Dies zeigt, dass finanzielle Polster vorhanden sind und die Wirtschaft in unserem Kreis immer noch gut aufgestellt ist."
Unabhängig
Erneut ist die Summe der Einlagen höher als die der Kredite - das macht die Sparkasse weitgehend unabhängig vom Interbanken-Markt, der 2009 im Zuge der Finanzkrise am Boden lag.
Konnte das Wertpapiergeschäft im Jahr 2008 noch um fast 20 Prozent zulegen, ist die allgemeine Verunsicherung bei den Anlegern nun voll durchgeschlagen. Trotz der im Frühjahr einsetzenden, dynamischen Erholung der Wertpapiermärkte und eines kräftigen Dax-Anstiegs fiel der Jahresumsatz von 229 Millionen auf 120 Millionen Euro - ein Minus von fast 50 Prozent. Angesichts der schwierigen Marktlage spricht die Sparkasse dennoch von einem "beachtlichen Niveau".
Das Geschäft mit den Verbundpartnern lief gut. Mit Bausparverträgen wurde 2008 besonders viel Umsatz gemacht, die Zahlen wurden "annähernd gehalten". Außerdem wurden noch mehr Versicherungen als im Vorjahr vermittelt.
Der Bilanzgewinn ist mit rund zwei Millionen Euro in etwa so hoch wie 2008, die Bilanzsumme ist nochmals leicht gestiegen: um 50 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro. "Von den Turbulenzen auf den Finanzmärkten blieben wir dank unserer regionalen Ausrichtung weitgehend verschont", ist Gassert zufrieden, das Eigenkapital weiter gestärkt zu haben. Für das Jahr 2010 ist die Sparkasse zuversichtlich: Erwartet wird ein "leichtes Wachstum im Kundengeschäft" und eine "stabile Ertragsentwicklung".
Vernünftig
Der Neubau der Hauptstelle in Öhringen - Kosten: zwölf Millionen Euro - läuft "planmäßig". Im Sommer 2011 sollen die Räume bezogen werden. Kritische Reaktionen, "die durchaus da waren", hätten sich gelegt, so Gassert, der betont: "Abriss und Neubau sind besser als Sanierung". Und langfristig günstiger. Finanziell sei "alles voll vertretbar", das "antizyklische Handeln" würde auch den heimischen Unternehmen zugute kommen, die bei den Aufträgen "hauptsächlich" berücksichtigt worden seien.
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