Würth-Gruppe wächst erneut zweistellig

Von Manfred Stockburger

Künzelsau - Die Wachstumsmaschine Würth ist im vergangenen Jahr erneut auf Hochtouren gelaufen. Mit 9,7 Milliarden Euro erzielte das Handelsunternehmen mit Hauptsitz in Künzelsau nach vorläufigen Angaben einen Rekord, die Mitarbeiterzahl erreichte mit weltweit 66 113 Beschäftigten ebenfalls einen neuen Höchstwert. Allein beim Betriebsergebnis traten die Hohenloher auf der Stelle – was sich allerdings mit dem Ausstieg aus der Solarzellenproduktion in Schwäbisch Hall (wir berichteten) erklären lässt: Verluste und Abschreibungen auf die Produktionsanlagen in der Größenordnung von 80 Millionen Euro fraßen den Zuwachs wieder auf, den die anderen Gesellschaften erwirtschaftet hatten.

Bereinigt um diesen Sondereffekt hätte das Betriebsergebnis bei 465 Millionen Euro gelegen und damit mehr als 25 Prozent über dem Vorjahreswert, so aber bleibt es bei den 385 Millionen Euro, die Würth auch im Jahr 2010 verbucht hatte.

Deutschland

Besonders stark hat Würth den Umsatz in Deutschland gesteigert: Hier legte der Konzern um 14 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu. Wesentlichen Anteil daran hatte die Künzelsauer Adolf Würth GmbH & Co. KG (AWKG). Das Mutterunternehmen des Konzerns steigerte seinen Umsatz um 13,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Um die dynamische Entwicklung auch künftig zu unterstützen, investiert die AWKG derzeit kräftig am Standort Künzelsau. Allein 60 Millionen Euro fließen in ein neues Logistikzentrum, das die Kapazität verdoppeln soll. Die Kupferzeller Reca-Gruppe habe ihren Umsatz um 13,7 Prozent gesteigert, sagt Konzernchef Robert Friedmann.

Gut unterwegs waren die Hohenloher auch in Amerika, wo das Umsatzplus bei 12,8 Prozent lag. Dort sieht Friedmann derzeit eine robustere Konjunktur als in Europa. Aus Märkten wie Spanien, aber auch aus Italien, erwartet der Konzernchef dagegen nach wie vor keine positiven Impulse: In Südeuropa lag das Wachstum im vergangenen Jahr bei 4,2 Prozent. In Westeuropa erreichte die Gruppe einen Zuwachs von 11,2 Prozent. Vorzeigeland in der Würth-Welt ist weiterhin Finnland. „In dem Fünf-Millionen-Einwohner-Land haben wir einen Umsatz von 260 Millionen Euro erwirtschaftet und sind um 16 Prozent gewachsen“, sagt Robert Friedmann.

Ausblick

Im neuen Jahr wollen die Hohenloher einerseits die Zehn-Milliarden-Euro-Hürde beim Umsatz nehmen, andererseits soll der Wert erneut zweistellig gesteigert werden. „2012 wird anspruchsvoller als 2011“, ist Friedmann überzeugt. „Trotzdem glauben wir, dass wir zweistellig wachsen können, weil wir die richtigen Dinge tun und in den Vertrieb investieren.“ Wenn er zwar optimistisch, aber etwas zurückhaltender als vor einem Jahr ist, dann liege das an der Tatsache, dass er in den letzten Monaten des vergangenen Jahres „eine gewisse Volatilität“ gespürt habe. So sei der September schwach gewesen, der Dezember mit einem Umsatzplus von 15 Prozent ein „Bombenmonat“.


 




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