Christian-Bürkert-Stiftung gibt 20.000 Euro

Ingelfingen  In einem besonderen Jahr für die Ingelfinger Firma Bürkert hat die nach dem Firmengründer Christian Bürkert benannte Stiftung tief in die Kasse gegriffen.

Von Manfred Stockburger

Christian-Bürkert-Stiftung gibt 20?000 Euro

Gerhard Koch (links) und Nikolai Gauss (rechts) überreichen den Spendenscheck an Stimme-Redakteur Manfred Stockburger

Foto: Mario Berger

 Berger, Mario

Zum 100. Geburtstag des Firmengründers und zum 70. Jahrestag der Gründung des Herstellers von Ventilen und Regeltechnik schüttete die Stiftung insgesamt 388 000 Euro an 47 Projekte aus, die Mitarbeiter vorgeschlagen hatten - nicht alle der 65 eingereichten Ideen waren mit dem Stiftungszweck der gemeinnützigen GmbH in Einklang zu bringen.

Dankeschön

Von Inklusion und Integration über Bildung bis hin zur Unterstützung von Kunst und Kultur sowie die Erhaltung von Bauwerken reichte das Spektrum der Projekte, die zum Teil mit mehreren Tausend Euro gefördert wurden. Diese Aktion war auch ein Weg, den vielen engagierten Bürkert-Mitarbeiter ein Dankeschön für ihre ehrenamtliche Arbeit zukommen zu lassen, sagt Gerhard Koch, der ehemalige Geschäftsführer des Unternehmens und jetzige Stiftungsgeschäftsführer. "Das ist uns ein großes Anliegen."

Begeistert erzählt Gerhard Koch etwa von einer symbolreichen Bootsfahrt auf der Elbe in Dresden, die auf Antrag einer dortigen Mitarbeiterin mitfinanziert worden sei. Unter dem Motto "Das Boot ist noch lange nicht voll" seien dazu 500 Flüchtlinge und Nichtflüchtlinge eingeladen gewesen. Koch zählt aber auch ein Seniorenmobil für Künzelsau auf, das finanziert worden sei, ein Kleinspielfeld für eine Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung, einen Beitrag zur Sanierung des Dachstuhls der Waldenburger Kirche und Projekte für Jugendliche in Mexiko, Kenia und Zimbabwe.

Für den Stuttgarter Patentanwalt Dr. Nikolai Gauss, Neffe von Christian Bürkerts Witwe Dorothee Bürkert und ebenfalls Stiftungsgeschäftsführer, geht es bei der Arbeit der Stiftung auch darum, den Geist des Firmengründers weiterleben zu lassen. Dazu gehört die Förderung junger Menschen, die sich durch fachliches Können und Dynamik auszeichnen, und die Faszination für Wissenschaft und Technik, schließlich habe der 1971 verstorbene Christian Bürkert bereits Mitte der 1960er Jahre das Thema Digitalisierung aufgegriffen und Datensteckdosen vorhergesagt.

An der Hochschule Heilbronn und der DHBW Mosbach engagiert sich die Stiftung, aber auch an der Universität Stuttgart und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Nikolai Gauss ist auch für den Kontakt zu den Heilbronner Südstadt- und Nordstadtkids zuständig, die ebenfalls von der Christian-Bürkert-Stiftung gefördert werden.

Stipendien für Studenten aus dem Ausland gehören hier genauso zum Förderprogramm wie ein Zuschuss für Chor und Orchester der Universität Stuttgart. "Musik ist auch ein wichtiger Bestandteil der Ingenieursausbildung." In den nächsten Tagen wird zudem das wissenschaftliche Großprojekt "Cyber Valley" auf den Weg gebracht, an dessen Finanzierung die Christian-Bürkert-Stiftung ebenfalls beteiligt ist. Dabei geht es im intelligente und selbstlernende Systeme, um Robotik und die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Einen Scheck über 20 000 Euro haben die beiden Stiftungsgeschäftsführer auch beim Besuch in der Stimme-Redaktion dabei - für die Hilfsaktion Menschen in Not. Das Geld komme direkt bei den Menschen in der Region an, begründen Koch und Gauss diese Großspende - in Hohenlohe und in Heilbronn. "Das passt ganz genau zu unserem Stiftungszweck - und es ist kein anonymer Topf."