Zukunft des Hohenlohekreises: Bürger können mitreden

Hohenlohe  Was ist in den nächsten zehn Jahren wichtig, um den Hohenlohekreis stark zu halten? Was ist nötig, damit Einheimische und Zugezogene hier gut arbeiten und leben können? Um diese elementaren Fragen geht es bei einem Forum am Freitag, 20. April, ab 17.30 Uhr in der Stadthalle Niedernhall.

Von Ralf Reichert

Die Veranstaltung ist Teil eines umfassenden Projekts, das seit Oktober 2016 auf vielen Ebenen läuft und bis Ende 2018 in einen konkreten Ziel- und Handlungsplan gegossen wird, der bis 2034 Schritt für Schritt seine Wirkung entfalten soll. Offiziell ist die Rede vom "Kreisentwicklungs- und Strategiekonzept", oder kurz: Zukunft HOK.

Was bisher geschah

Aber wie können sich die Bürger bei der Veranstaltung am 20. April noch beteiligen, wo doch bereits seit 19 Monaten intensiv gearbeitet wird, das meiste also schon "geschwätzt" scheint? Martin Hellemann, der den Prozess im Landratsamt managt, gibt darüber Auskunft. Und wirft zunächst einen Blick zurück.

Sechs Arbeitsgruppen mit Akteuren aus den unterschiedlichsten Bereichen des Hohenloher Lebens haben demnach das Konzept unter der Regie einer Steuerungsgruppe vorangetrieben: ausgehend von einer allgemeinen Strukturanalyse, die "Megatrends" für die Zukunft ländlicher Räume auf den hiesigen Kreis heruntergebrochen hat. Weiter konkretisiert und mit Inhalt gefüllt wurde der Prozess durch eine Befragung von Bürgermeistern, Gemeinderäten, Ortsvorstehern und Ortschaftsräten sowie aller 16 Kommunalverwaltungen.

Fünf kleinere Bürgerrunden gab es schon

Und: Es gab fünf Bürgerrunden. Wobei das Interesse größer war als gedacht. "In allen 16 Städten und Gemeinden haben wir jeweils 30 Bürger direkt angeschrieben: Männer und Frauen, 18- bis 80-Jährige, Zugezogene und Einheimische", sagt Hellemann. "Wir wollten vor allem eines: in die Tiefe gehen. Das kann man nicht mit 111 00 Einwohnern. Wir haben einen überschaubaren Kreis von Menschen herausgepickt, der die Breite der Bevölkerung möglichst gut abbildet." Per Zufallsprinzip. 480 wurden eingeladen, 78 meldeten sich.

Aus diesen vier Prozessebenen seien acht Handlungsfelder und 50 Leitziele entwickelt worden. Sie würden die Basis für das offene Bürgerforum am Freitag bilden. Einfach mal so ins Blaue zu diskutieren bei einer "Pseudoveranstaltung": Das ist nicht Hellemanns Ding. Er setzte von Beginn an auf ein strukturieres Vorgehen. So können interessierte Bürger am 20. April ihre Ideen und Wünsche mit den bisherigen Inhalten abgleichen oder auch noch ganz neue Aspekte einbringen. "Vielleicht haben wir ja ein ganz wichtiges Themenfeld übersehen", sagt Hellemann.

Acht Themen-Stände

Wie heißen die acht Handlungsfelder? "Mobilität und Daseinsvorsorge, Wohnen und Landschaft/Flächennutzung, Gemeinschaft und Bildung, Wirtschaft und Kreisidentität", zählt Hellemann auf. Zu jedem dieser Punkte gebe es bei dem Forum am kommenden Freitag einen Stand. Die Bürger könnten sich ihre wichtigsten Themen heraussuchen und dort dreimal jeweils 20 Minuten in Gruppen diskutieren.

 

Termine

Der Kreistag befasst sich bei seiner Sitzung am Montag, 16. April, im Universum in Dörzbach mit dem Entwicklungs- und Strategiekonzept des Hohenlohekreises (ab 16 Uhr). Auf der Tagesordnung steht ein Bericht dessen, was seit dem Startschuss im Oktober 2016 passiert ist. Ende 2018 soll das fertige Konzept stehen und dem Kreistag zum Beschluss vorgelegt werden.

Das offene Forum, bei dem alle Bürger des Kreises ihre Ideen und Wünsche einbringen können, beginnt am Freitag, 20. April, um 17.30 Uhr in der Stadthalle Niedernhall. Klaus Mandel vom Regionalverband hält einen Vortrag über die wesentlichen Entwicklungen im ländlichen Raum. Nach einem Info-Block zum aktuellen Stand haben die Bürger das Wort. Für das Forum sind mindestens drei Stunden angesetzt.