Kupferzeller Kärwe: Die ohne den Hammel tanzen

Kupferzell  Ein sonniger Kärwesonntag in Kupferzell beschert gute Laune, auch wenn der Hauptdarsteller nicht dabei sein darf. Nach dem Kärwelauf am Samstag haben die Kupferzeller erneut Glück mit dem Wetter. Am Montag geht das Volksfest zu Ende.

Von Peter Hohl

Die ohne den Hammel tanzen

Der Landtagsabgeordnete Arnulf Freiherr von Eyb gibt an der Rollenbahn des CDU-Gemeindeverbandes die Richtung vor.

 

Alle stehen erwartungsfroh auf dem Marktplatz, doch die Hauptperson fehlt. Nein, es geht nicht um Fritz Rehm, der seit Jahr und Tag für den Kreidekreis auf dem Asphalt verantwortlich zeichnet. Kreisrat Rehm ist zwar mit einer Landkreisdelegation nach Irland abgeflogen, doch einen Kreis für die Tänzer gibt"s dennoch. Der Hammeltanz könnte also beginnen. Doch wo ist der Hammel?

Tierschutz geht vor

"Der Hammel hat ausgetanzt", verkündet Joachim Schaaf durchs Mikrofon. "Das Tierschutzgesetz macht auch vor den Toren von Kupferzell nicht Halt", nennt der Bürgermeister den Grund.

Doch auch ohne tierischen Hauptdarsteller sollen die Kärwebesucher ihre Runden zu den schmissigen Klängen des Musikvereins drehen. "Wir wollen die Tradition aufrechterhalten", sagt Schaaf: "Wir machen das noch 100 Jahre."

Freche Sprüche

Und weil der Bürgermeister schon mal das Mikrofon in der Hand hat, schickt er gleich ein paar freche Sprüche hinterher: "Wir haben unsere Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb und Anton Baron gefragt, ob sie bereit sind, sich versteigern zu lassen", sagt er grinsend in Richtung der beiden Parlamentarier: "Aber sie hatten Angst, dass sie noch draufzahlen müssen." Wer ein Wahlamt hat, braucht derzeit für den Spott nicht zu sorgen.

 

 

Gutscheine vom GHV

Statt der beiden Abgeordneten springt Werner Tafel in die Bresche. Der Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins Kupferzell hat vier 25-Euro-Gutscheine mitgebracht, die das Siegerpaar beim Kärwetanz gewinnt. Die beiden Jungs Benni und Daniel haben den Blumenstrauß in Händen gehalten, als der Wecker des Musikvereinsvorsitzenden Wolfgang Hirn klingelte. Nun dürfen sie die Gutscheine mit nach Hause nehmen.

Die Gaudi auf dem Marktplatz lockt zwar viele Schaulustige an, doch ganz Kupferzell ist an diesem sonnigen Sonntagnachmittag eine einzige Flaniermeile. Man sieht sich, man kennt sich, man grüßt sich.

Heiser vom Anpreisen

Die ohne den Hammel tanzen

Tanja Fankhauser aus Fichtenau hat viele Stammkunden in Kupferzell und freut sich schon auf ein Wiedersehen am kommenden Wochenende auf der Muswiese.

 

Manuela Blocher-Schimmel aus Öhringen steht am Stand des Lions Clubs und ihre Stimme hört sich gar nicht gut an. "Ich sprech" die Leut" an, dass sie unsere Limeswürste probieren", nennt sie als Grund der Heiserkeit. Der Erlös geht an die Kupferzeller Jugendfeuerwehr.

Auch Arnulf von Eyb ist für die junge Generation im Einsatz. An der Rollenbahn des CDU-Gemeindeverband gibt der Abgeordnete den Einweiser. "Es macht wirklich Spaß und ist mal was Sinnvolles", sagt er augenzwinkernd.

Einstimmung auf Muswiese

Schräg gegenüber steht Tanja Fankhauser in ihrem Stand mit Dinkel-, Duft- und Kräuterkissen. "Ich hab" hier in zehn, zwölf Jahren einen tollen Kundenstamm aufgebaut", berichtet sie. Und außerdem sei die Kupferzeller Kärwe eine wunderbare Einstimmung auf das größte Hohenloher Volksfest überhaupt: die Muswiese bei Rot am See am kommenden Wochenende.

Kärwe klingt aus

Aller guten Dinge sind drei. Mit dem Kärwemontag geht das Kupferzeller Volksfest zu Ende. Krämermarkt und Vergnügungspark haben noch einmal ab 10 Uhr geöffnet.