Grüngut- und Reisigplätze: Umbau oder Schließung

Hohenlohe  Die Sammelplätze für Grüngut und Reisig im Hohenlohekreis müssen erneuert werden: Beltersrot und Michelbach sind als nächstes dran. Die Anzahl soll bis 2025 weiter sinken: von derzeit 21 auf mindestens zwölf bis maximal 15.

Von Ralf Reichert

Grüngut- und Reisigplätze: Beltersrot und Michelbach sind als nächstes dran

Der Sammelplatz in Pfedelbach-Buchhorn wurde am 14. Juni 2016 eingeweiht. Er ist asphaltiert, die Bereiche Grüngut und Reisig sind klar getrennt. Foto: Archiv/Reichert

 

Noch gibt es im Hohenlohekreis 21 Plätze, auf denen die Bürger Grüngut und Reisig entsorgen können. Bis 2025 soll diese Zahl weiter sinken: auf mindestens zwölf bis maximal 15. Rund 30 Sammelplätze waren es bis Ende 2014, in der Folgezeit wurden einige Standorte aufgelöst.

Gesetzliche Änderungen

Dass der Bestand so stark reduziert wird, liegt an gesetzlichen Änderungen, deren Umsetzung sehr teuer ist. Rund vier Millionen Euro muss die Abfallwirtschaft setzen, um alle Plätze auf den geforderten Stand zu bringen, sprich: umzubauen oder ganz neu zu bauen.

Die wirtschaftlichen Gründe sind das eine, die genehmigungsrechtlichen Hürden das andere. Der Landkreis kann deshalb unmöglich alle Plätze halten, die bis 2014 da waren, sondern muss einige zentrale Standorte schaffen. Was schwer genug ist. Strenge wasserrechtliche Auflagen müssen erfüllt werden, mitunter gibt es auch Widerstand: wie in Neuenstein. Als der Kreistag das Konzept 2013 beschloss, ging man von zehn bis zwölf Plätzen aus. Mittlerweile ist die Rede von zwölf bis 15.

Gesamtprojekt verzögert sich

Eigentlich wollte die Abfallwirtschaft schon viel weiter sein. Doch das Projekt stockt aus den genannten Gründen. Bisher ist erst ein Platz dieser neuen Generation in Betrieb: der in Pfedelbach-Buchhorn, er wurde im Juni 2016 eingeweiht. 2018 sind die beiden nächsten Sammelplätze an der Reihe. Die Baugenehmigungen sind erteilt, Anfang 2019 soll der Betrieb starten. Der Platz bei Beltersrot wird für 216.000 Euro umgebaut, der bei Michelbach für 722 000 Euro neu gebaut. Der zuständige Kreistags-Ausschuss hat jetzt beschlossen, die Abfallwirtschaft mit der Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen zu beauftragen.

Fahrüplan unter Vorbehalt

Wie geht es danach weiter? Michael Freiberg, Bereichsleiter für biogene Stoffströme im Hohenlohekreis, skizziert auf HZ-Anfrage den Fahrplan, allerdings "unter Vorbehalt". Für sechs weitere Standorte gebe es demnach schon Pläne. 2019 soll bei Hohebach, "in Richtung Eisenhutsrot", ein ganz neuer Platz gebaut werden, auch der Umbau in Scheppach und Bieringen steht für dieses Jahr auf der Liste.

2020 sollen die Plätze Hochholzhöfe (Ingelfingen), Amrichshausen und Zweiflingen-Golfplatz folgen. "Die anderen zwölf Plätze bleiben bis auf Weiteres erhalten", sagt Freiberg. Bis 2025 werden dann einige geschlossen oder umgebaut worden sein. Im Juni 2016 wurden Schnaihof und Gommersdorf als Standorte genannt, die umgebaut werden sollen - und ein neuer Platz bei Mulfingen.

Klar ist: Untersöllbach wird mittelfristig dicht gemacht. Was nicht weiter schlimm ist, weil der neue Standort bei Michelbach nur 600 Meter Luftlinie entfernt liegt. Hätte man diesen freilich nicht gefunden, wäre Untersöllbach trotzdem weggefallen, weil es dafür keine Genehmigung mehr gegeben hätte. Dies zeigt, wie komplex die Materie ist.

Michelbach spielt zentrale Rolle

Der Platz in Michelbach wird eine "zentrale Rolle für den Großraum Öhringen spielen", sagt Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft. Michael Freiberg schreibt ihm sogar die dominante Rolle für den gesamten Kreis zu, und nicht etwa Beltersrot, wie man vermuten könnte, weil dort bei den Wertstoffen die meisten Müllströme zusammenlaufen. Der Wertstoffhof bleibt zentral und wird auch umgebaut, der Grüngutplatz wird abgetrennt und erhält eine eigene Zufahrt. Die Staus und das Durcheinander bei der Anlieferung zu den Stoßzeiten sollen damit passé sein.

In Beltersrot wird der Platz von kreiseigenem Personal beaufsichtigt, in Michelbach ist noch unklar, ob dies "Landwirte oder externe Dienstleister" übernehmen, so Freiberg. In Beltersrot rechnet er mit einer jährlichen Anlieferung von 800 Tonnen, in Michelbach von 3000 Tonnen. Auf den 21 Grüngutplätzen im Kreis landen derzeit pro Jahr 7000 bis 8000 Tonnen Grüngut und 6000 bis 7000 Tonnen Reisig.