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Zahl der Raser sinkt weiter
Von unserem Redakteur Hagen Stegmüller
Hohenlohe - Mit der Raser-Quote geht es weiter bergab. Wie die Radar-Statistik des Landratsamts zeigt, fuhren im vergangenen Jahr nur 3,9 Prozent der Auto- und Motorradfahrer zu schnell. Einen geringeren Wert hat die Behörde seit Beginn ihrer Aufzeichnungen im Jahr 1996 noch nie notiert.
"Das ist eine gute Nachricht", findet Rudi Schmidt. Der Leiter des Hohenloher Amts für Straßenverkehr führt das Ergebnis auch auf den hohen Kontrolldruck zurück. Ein- bis zweimal pro Woche rückt der Messtrupp eines privaten Dienstleisters aus, dazu kommen die Kontrollen der Polizei.
Flotte Anwohner
Am häufigsten wird die erlaubte Geschwindigkeit in Tempo-30-Zonen überschritten. Dort fahren in der Regel nur Anwohner, was Rudi Schmidt zu einer einleuchtenden Feststellung führt: "Die meisten Tempoüberschreitungen werden von den Anwohnern selbst begangen."
Raser finden sich aber auch außerhalb der Ortschaften. Mit dem Leben anderer spielte am 14. September eine junge Frau aus dem Kochertal. Die 29-Jährige beschleunigte ihren Wagen auf der Kochertalstraße auf knapp 160 Stundenkilometer. Sie durfte ihren Führerschein für einen Monat abgeben und 240 Euro Strafe zahlen. Nur unwesentlich langsamer war ein Raser mit 153 km/h auf der Landesstraße bei Neuenstein. Zum El Dorado für Formel-1-Freaks kristallisiert sich darüber hinaus die B 19 zwischen Dörzbach und Hohebach heraus. Jedes Jahr werden dort zahlreiche Autofahrer geblitzt, der Spitzenreiter hatte im November genau 148 km/h auf dem Tacho.
Den Autofahrern sind viele Messstellen bekannt, weshalb sie dort frühzeitig vom Gas gehen. Auf anderen Straßen sind sie dafür umso flotter unterwegs, doch das kann teuer werden. Im vergangenen Jahr baute das Landratsamt erstmals in der Scheppacher Gabelstraße seine Lichtschranke auf − das Ergebnis fiel ernüchternd aus. Jeder dritte Autofahrer scherte sich nicht um die Tempo-30-Zone. "Das war die höchste Beanstandungsquote im ganzen Landkreis", erläutert Schmidt. Das Landratsamt sei bestrebt, jedes Jahr zwei bis drei neue Messstellen einzurichten. Oftmals gingen Beschwerden von Anwohnern über Raser voraus.
Alte Bekannte
Mit einer Übertretungsquote von 22 Prozent hält die Ernsbacher Straße in Forchtenberg ihren Platz in der Raser-Spitzengruppe des Landkreises. Auf Rang drei liegt ebenfalls eine alte Bekannte, die Kocherstraße in Waldbach (20 Prozent).
Unterdessen kündigt das Landratsamt an, den Kontrolldruck im Jahr 2012 aufrechtzuerhalten. Vor allem an gefahrenträchtigen Stellen wie Kindergärten, Bushaltestellen und Zebrastreifen sollen Schnellfahrer gestellt werden.
Jüngere achten aufs Tempo
Laut Statistik fahren im Hohenlohekreis die 45- bis 54-Jährigen am häufigsten zu schnell. Auf ihr Konto geht ein Viertel aller Bußgelder. „Viele von ihnen fühlen sich wegen ihrer Routine zu sicher“, glaubt Rudi Schmidt vom Amt für Straßenverkehr. Die jungen Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren seien dagegen für weniger als fünf Prozent der Tempoverstöße verantwortlich. has
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