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Noch hat keiner abgesagt
Von Heiko Fritze
Hohenlohe - Krautheim will eins, Dörzbach will eins und Mulfingen auch: In den drei Jagsttalkommunen sollen große Flächen mit Photovoltaikanlagen bebaut werden. Der Regionalverband hat den Projekten bereits zugestimmt, doch noch haben die Bauarbeiten nicht begonnen. Nun trüben sich die Aussichten zusätzlich ein: Die geplante Kürzung der Subventionen für die Energieeinspeisung lässt manche Investoren Abstand nehmen.
So geschehen zum Beispiel in Wertheim, wo die Balinger Solarfirma Relatio das größte Projekt im gesamten Land auf 170 Hektar plant. Spatenstich für die erste Teilfläche war bereits. "Den Abschnitt werden wir auch fertigbauen", sagte Unternehmenssprecher Eberhard Kipp. Für die übrige Fläche gelte: "Wir haben keine Planungssicherheit. Im schlimmsten Fall kann das Ganze kippen."
Bangen
Auch im Hohenlohekreis bangen nun die Bürgermeister um ihre Projekte. Mulfingen ist schon am weitesten fortgeschritten: Der Bebauungsplan steht, berichtet Bürgermeister Robert Böhnel. "Der Investor hätte am liebsten schon längst gebaut", erzählt er. Den Zuschlag hat der deutsche Marktführer Phönix Solar AG aus Sulzemoos erhalten. "Sie haben noch nichts verlauten lassen", sagt Böhnel. "Ich gehe davon aus, dass das Vorhaben auch umgesetzt wird." Von Phönix Solar selbst war keine Stellungnahme zu erhalten.
Gezögert
In Dörzbacher Teilort Laibach haben sich zehn Grundstückseigentümer gerade erst auf einen Investor geeinigt, berichtet deren Sprecher Giso Eben von Racknitz. "Wir haben leider ein bisschen gezögert", bedauert er nun. "Ob die Bauarbeiten noch dieses Jahr starten, wissen wir nicht. Es hängt wohl davon ab, wie sich die Preise für die Solarmodule im Vergleich zur Einspeisevergütung entwickeln." Erst vor wenigen Tagen habe er mit dem Investor telefoniert, berichtet Eben von Racknitz. Das Ergebnis: "Sie wollen weiter am Ball bleiben."
Ganz so knapp wird es in Krautheim nicht werden. Dort ist schließlich eine Fläche für Photovoltaik vorgesehen, die derzeit noch als Erdmassendeponie genutzt wird, erläutert Bürgermeister Andreas Köhler. "Erst muss sie rekultiviert werden." Aber dafür sei sogar schon der Stromanschluss vorhanden.
Außerdem wolle der Gemeinderat zunächst Regularien festschreiben, nach denen die Fläche bebaut werden darf. "Wir müssen zum Beispiel ausschließen, dass wertvolles Ackerland zugepflastert wird", meint der Bürgermeister.
Trotz der angekündigten Kürzungen ist er weiterhin optimistisch: "Ich glaube nicht, dass die Investoren jetzt reihenweise abspringen werden." Langfristig würden sich die Investitionen schon rechnen. Nun würden lediglich spekulative Projekte verhindert.
Solarprojekte
Drei Vorhaben sind im Hohenlohekreis vom Regionalverband beschlossen worden: In Krautheim auf dem Gelände der heutigen Erdmassendeponie an der Straße von Krautheim nach Neunstetten auf 8,4 Hektar; Nordwestlich von Laibach auf 11,5 Hektar sowie in Mulfingen südlich vom Löhleinsberg auf 7,2 Hektar.
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