Neue Tierseuche hat den Kreis erreicht

Neue Tierseuche hat den Kreis erreicht
Dieses Lamm wurde gesund geboren. Andere starben an dem Virus.Foto: dpa 

Hohenlohe - Die drei Lämmer wurden tot geboren oder starben kurz nach der Geburt. Das Schmallenberg-Virus hat sie dahin gerafft. Die neue Tierseuche hat jetzt auch den Hohenlohekreis erreicht, sie ist auf dem Hof eines Nebenerwerbslandwirts angekommen, der 20 Mutterschafe hält. Martin Hartmann, der Leiter des Veterinäramts, spricht von der nächsten "exotischen" Krankheit. "Der Erreger dieser neuen Viruserkrankung wurde im Sommer letzten Jahres in den Niederlanden entdeckt und erstmalig im November 2011 vom Friedrich-Loeffler-Institut identifiziert." Bisher seien die Viren nur in Australien, Asien und Afrika verbreitet gewesen. Wie sie nach Deutschland kamen? Wahrscheinlich durch eine Stechmücke, die irgendwie den Weg nach Deutschland gefunden haben muss.

Erinnerung

Das erinnert stark an die Blauzungenkrankheit, die das Land und Hohenlohe im Herbst 2007 in Atem hielt. Damals waren im Kreis 13 Schafe und vier Rinder an dem Virus gestorben. 45 Betriebe waren betroffen, 86 Tiere erkrankt. Auch diese Krankheit wird durch blutsaugende Insekten übertragen, die bislang in Deutschland fremd waren. "Wir hatten jetzt zwei Sommer ohne Neuausbrüche. Seit 15. Februar 2012 ist Deutschland offiziell frei von Blauzungenkrankheit."

Dafür treibt das Schmallenberg-Virus sein Unwesen. Allerdings ist die Gefahr wirtschaftlicher Verluste geringer. Denn erwachsene Rinder oder Schafe zeigen nur milde Symptome. "Werden allerdings trächtige Tiere infiziert, können Störungen der Fruchtbarkeit, Frühgeburten und zum Teil erhebliche Schäden bei den Neugeborenen auftreten." Das muss den Hohenloher Mutterschafen im Herbst passiert sein, nachdem sie gedeckt worden waren. Die befallenen erwachsenen Tiere haben Fieber, keinen Appetit und häufig Durchfall. Die Milchleistung geht ebenfalls zurück.

Appell

In Baden-Württemberg waren bis Mittwoch 13 Fälle bekannt, betroffen sind vor allem Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. "In Deutschland wurde bisher bei Tieren aus 629 Betrieben das Virus festgestellt, davon sind 577 Schafhaltungen." Hartmann appelliert an alle Schaf-, Rinder- und Ziegenhalter, sich bei typischen Symptomen zu melden. "Womöglich sind bereits mehrere Betriebe betroffen, und das Schmallenberg-Virus wurde als Ursache nicht in Betracht gezogen."

Abzuwarten bleibe, wie es sich in den heimischen Rinderbeständen auswirkt. Bald sei womöglich mit ersten Totgeburten zu rechnen, die auf eine Infektion der Muttertiere im vergangenen Sommer zurückgeführt werden könnten. Eine Impfung gibt es bislang nicht.

Für die Gesundheit des Menschen gibt Hartmann Entwarnung: "Nach bisheriger Kenntnislage besteht kein Risiko." Weder im Kontakt mit den Tieren, noch beim Verzehr ihres Fleisches. rei

Veterinäramt, 07940 18670, vetamt@hohenlohekreis.de




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