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In der Stadthalle steppt nicht nur der Bär
Von unserer Redakteurin Barbara Griesinger
Ingelfingen - Die Stadthalle vibriert. Der Elferrat nimmt die Flaschen vom Tisch. Denn die wackeln bedrohlich. Das Narrenvolk nimmt den Rhythmus auf und klatscht begeistert mit. So ist das, wenn Guggenmusik den Takt vorgibt. Kaum haben die Umpferpforzer aus Boxberg die Halle geentert, ist Ingelfingen auch schon an den Äquator gerutscht − passend zum Motto der dritten Prunksitzung des TSV "Rummel im Dschungel".
Trommelkurs
Als die Boxberger mit einem einem dreifachen "Heija − Safari", dem diesjährigen Schlachtruf der Narrenzunft verabschiedet werden, ist auch der letzte in Afrika angekommen. Dort werden sie nicht nur von zwei Funkenmariechen (Bettina Himmel und Ulrike Hofmann), sondern auch von den Jedermännern des TSV in Empfang genommen. Mit Djembés, den traditionellen Trommeln Westafrikas, locken sie nicht nur einen Gorilla aus dem Urwald. Das Stadthallen-Publikum bekommt einen Crash-Kurs im Trommeln und darf gleich mitmachen − das klappt ganz prima.
Mittlerweile sind auch die beiden Ingelfinger Afrika-Touristen, Franz und Heini (Axel Schulz und Hans-Martin Popp) im Busch. Letzterer mit der Haustüre im Handgepäck. Er hat schließlich kurz vor der Abreise den Schlüssel verloren. Leider sind die beiden als Jäger unterwegs − "s’isch genau wie in Ingelfinge, da sieht man auch kei Reh und Has’ mehr" − sonst würden sie mehr von der Tierwelt Afrikas mitbekommen.
Denn die ist voller Überraschungen. So leiden Elefanten am selben Eheelend wie mancher Zweibeiner der Gattung Homo sapiens. Das lässt sich zumindest nach der Kinderbütt von Jürgen und Ralf Beck als Vater und Sohn Elefant vermuten. Aber vor allem die tänzerischen Begabungen der Tiere können sich sehen lassen. Grazil und elegant sind Löwen, Leoparden, Zebras und Antilopen, als die Jazztanzgruppe Out of Control auf der Spur des Königs der Löwen ist. Beim Dschungelballett der Feuerwehr versucht es eine tierische Gang wie aus dem Dschungelbuch eher mit Gemütlichkeit.
Schlangenexperten
ie längste Schlange der Welt sucht man im Dschungel indes vergeblich. Sie ist nicht selten zehn Meter lang und vor einem ganz bestimmten Örtchen zu finden: Es ist die Schlange vor dem Damenklo. Hans-Martin Popp, Axel Schulz und Alexander Albrecht besingen sie mit viel Witz, begleitet von Uli Delz an der Gitarre.
Der Dschungelkönig (Norbert Gorff) hat in der Bütt eher Dinge im Visier, die große und kleine Politik berühren. Aber auch da herrscht mitunter ein Durcheinander wie im tiefsten Dschungel. Deshalb muss Karin Beck gar nicht so traurig sein. Sie bewegen zwar "Dschungelträume" , aber wegen Übergewicht darf sie erst gar nicht in den Flieger, obwohl sie sich schon 1000 Mal gewogen und 1000 Mal gequält hat. Womöglich hat sie gar nicht so unrecht, wenn sie fürchtet, in Afrika gefressen zu werden.
Wilde Tiere haben es im Ingelfinger Dschungel zwar nicht auf Menschenfleisch abgesehen. Aber anscheinend gibt es da noch einen Kannibalenstamm, der Touristen als Fast Food betrachtet. Oder ist das rabenschwarze Männerballett vielleicht nur ein Alptraum während der letzten Nulldiät? Mit Alleinunterhalterin Dany lässt er sich nach dem Auszug des Elferrats jedenfalls im Nu wegtanzen.
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