Familien in schwerer Zeit begleiten

Von unserer Redakteurin Bettina Henke

Familien in schwerer Zeit begleiten

"Der Einsatz ist belastend, ein Austausch untereinander wichtig."

Anna-B. Meng

 

Soziales - Kinder und Jugendliche, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden und sterben müssen − eine Vorstellung, die für Eltern schrecklich ist. Doch auch im Hohenlohekreis gibt es Familien mit todgeweihten Kindern. Ihnen soll mit einem ambulanten Kinderhospiz Unterstützung angeboten werden. Unter dem Dach des ökumenischen Hospizdienstes der Region Öhringen sollen ab Dezember 2012 Ehrenamtliche diese Familien unentgeldlich begleiten, sowohl den schwerstkranken Kindern und Jugendlichen, wie auch den psychisch und physisch stark belastenden Eltern und Geschwistern zur Seite stehen. Auch in der Trauer nach dem Tod des Kindes stehen sie den Familien bei.

Infoabend Für alle, die sich für diesen Einsatz als Familienbegleiterin oder -begleiter interessieren, findet am Donnerstag, 16. Februar, um 19.30 Uhr im Weizsäckersaal des Öhringer Stifts ein Informationsabend statt. Dabei wird auch über den Kurs gesprochen, der die Teilnehmer im stationären Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach auf diese anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet. Er findet von Anfang Juli bis Anfang November in vier Modulen statt, die sich jeweils über zwei Tage erstrecken.

Den Stein für ein ambulantes Kinderhospiz im Hohenlohekreis haben Torsten Kunkel und Heiko Volkert ins Rollen gebracht. Der Pfedelbacher Bürgermeister und der Eventmanager hatten vor zwei Jahren ein Benefiz for Kids ins Leben gerufen. Drei Bands spielten ohne Gage in der Erich-Fritz-Halle. Der Erlös kam dem Kinderhospiz Schwäbisch Hall und dem schwer kranken Jamie Roberts aus Pfedelbach für eine Delfintherapie zugute.

Nach dem großen Erfolg der Veranstaltung, zu dem auch zahlreiche Sponsoren beitrugen, kam der Gedanke auf, am 12. Oktober 2012 ein weiteres Benefiz for Kids in der Erich-Fritz-Halle zu organisieren. Und diesmal mit dem Erlös den Aufbau einer eigenen Kinderhospizarbeit im Hohenlohekreis zu fördern. Sie wird mit den bereits bestehenden Diensten in Schwäbisch Hall und Heilbronn kooperieren.

Beim ökumenischen Hospizdienst in Öhringen rannten die Initiatoren mit ihrer Anregung offene Türen ein. Bislang hatte er eine Begleitung von Familien mit "lebensverkürzt erkrankten Kindern", wie es offiziell heißt, nicht anbieten können. Doch Nachfragen hatte es bereits gegeben, sowohl von Eltern, die ein krankes Kind haben, als auch von Menschen, die sich speziell in diesem Bereich engagieren wollen. Wie Sabine Hardt. Die Öhringerin hat bereits aus eigener Initiative und auf eigene Kosten einen Vorbereitungskurs absolviert und würde damit als erste Familienbegleiterin für ein ambulantes Kinderhospiz im Hohenlohekreis bereit stehen.

Kosten werden denjenigen, die sich nach dem Infoabend entschließen, sich als Familienbegleiterin ausbilden zu lassen, jedoch nicht entstehen. Denn der Vorbereitungskurs samt Fahrtkosten und Übernachtungen wird aus dem Erlös des Benefizkonzerts und über Spenden finanziert. Zwei Rockbands haben ihre Mitwirkung für den 12. Oktober zugesagt: Good News, als Coverband in der Region bestens bekannt und beliebt, und Annymone aus Mühlacker, die beim Pfedelbacher Schlossfest 2011 spielten. Auch einige Sponsoren haben bereits signalisiert, dabei zu sein.

Belastung Welche Belastung kommt auf die Familienbegleiterinnen, die Schweigepflicht haben, zu? "An zwei Tagen in der Woche sollten sie jeweils zwei Stunden für die schwer kranken Kinder und ihre Familien zur Verfügung stehen", sagt Anna-Bettina Meng, die den Hospizdienst in Öhringen leitet. Dabei könne es durchaus sein, dass sich zwei oder drei Ehrenamtliche diese Aufgabe teilen, die sich auch über einen langen Zeitraum ab der Diagnose erstrecken kann. Zusätzlich werden regelmäßig Fortbildungen und Supervisionen angeboten. Denn, so Meng, der Einsatz sei belastend, ein Austausch untereinander wichtig. "Seine Eindrücke muss man auch mal wieder los werden."




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