Artgerecht

Der Begriff "artgerechte Tierhaltung" bekommt in diesen Eistagen eine völlig neue Bedeutung. Da gibt es die niedlichen Jack Russels, die man nur noch mit Fleecemantel sieht. Die wuscheligen Malteser blinzeln aus ihren gestrickten Wollpullis. Schäferhunde laufen in dunkelblauen Socken ihre Runde über gefrorene Ackerfurchen. Und Amsel, Spatz und Meise werden zu Haustieren: Zum Frühstück gibt es selbstgemischtes Müsli, zu Mittag einen frischen Apfel und zum Abendessen Sonnenblumenkerne. Die Vögel kommen pünktlich. Ganz pünktlich. Und essen den Teller bis auf den letzten Krumen leer. Leer ist übrigens auch immer der Wassernapf der Hühner. Da muss man gewaltig aufpassen, dass das Federvieh nicht vertrocknet. Dafür durften die Fische und das Geflügel mal wieder ans Tageslicht: Alaska-Seelachs, die polnische Mastgans und das Hühnchen trafen sich auf der sonnigen Terrasse. Ok, ganz so artgerecht ist das auch nicht, gebe ich zu. Den Fischen fehlte Wasser. Und die Plastikfolie außen rum ist im wirklichen Tierleben auch nicht ganz so üblich. Dafür durften sie mal wieder raus aus der Dunkelheit, die sie seit Monaten umgab. Und an die 18 Grad minus haben sich die Tiere auch schon lange gewöhnt.




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