Zukunft liegt in regionalen Märkten

Von Martin Nied

Öhringen - Volatil war das wohl am häufigsten bemühte Stichwort beim Agrartag des württembergischen Genossenschaftsverbandes in der Öhringer Kultura. Volatil bedeutet ursprünglich fliegend, flüchtig. Wenn die Rede von stark schwankenden Marktpreisen ist, sprechen die Fachleute von volatilen Märkten. Genau solche sagen Marktexperten für landwirtschaftliche Produkte voraus. Geht man dann noch davon aus, dass die EU in den nächsten sechs Jahren ihre Zahlungen an die Landwirtschaft sehr stark zurückfahren will, so sind das keine besonders rosigen Aussichten für die heimischen Landwirte.

Lösung

Die angebotenen Lösungswege waren, zumindest auf den ersten Blick, diametral entgegengesetzt. So setzte sich Christian Eichert, Agrarökonom an der Universität Stuttgart-Hohenheim, für eine Rückbesinnung auf die regionalen Märkte ein. Landwirtschaftliche Produkte sollten nach Möglichkeit in der Region konsumiert werden, wo sie auch produziert werden. „Vergiss Öko - iss was von hier“ titelte vor einiger Zeit das amerikanische Time Magazin. Für Eichert war dieser Satz der Einstieg in sein Plädoyer für regionale Vermarktung.

Er verwies auf die steigende Bedeutung der so genannten „Food Miles“ in den USA, also jener Strecken, die die Lebensmittel vom Erzeuger über den Verarbeiter bis zum Verbraucher zurücklegen. So habe auch Wal Mart die Zeichen der Zeit gesehen und eine Offensive für den regionalen Warenbezug gestartet, um lange Transportwege zu vermeiden. Eichert zitierte den Ökonomen der amerikanischen CIBC Markets Bank, Jeff Rubin: „Transportkosten sind Sand im Getriebe der Globalisierung“. Sie seien das größte Hindernis für den internationalen Handel. Deshalb der Rat des Agrarökonomen: Konzentration auf regionale Märkte, denn Nachbarschaftseffekte gewinnen vor dem Hintergrund steigender Ölpreise an Bedeutung.

Um die Globalisierung werden auch die heimischen Landwirte auf Dauer nicht herumkommen. Darüber waren sich der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Klaus Mugele, sowie der Präsident des württembergischen Genossenschaftsverbandes, Erwin Kuhn, einig. Kuhn sah gerade darin eine wachsende Bedeutung der Genossenschaften für die Landwirte. Die Genossenschaften seien das Bindeglied zwischen Erzeugern und Verbrauchern.

Kooperation

Kuhn schlug noch engere Kooperationen zwischen Betrieben und Genossenschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor. „Nur geschlossene Produktionsketten gewährleisten Produktsicherheit, Rückverfolgbarkeit und Transparenz die ein einzelner Landwirt, Hersteller oder Händler allein nicht leisten kann.“

14. November 2008



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