Umbaupläne für Hoftheater-Ensemble werden ab März umgesetzt

Öhringen - Der Umbau des Hoftheaters ist der größte Brocken bei der fünf Millionen Euro teuren Sanierung im Hofgarten. Das vielleicht spannendste Projekt aber ist die Orangerie. Denn während beim Hoftheater nur die äußere Hülle unter Denkmalschutz steht, ist es bei der Orangerie das gesamte Gebäude.

Von Peter Hohl

Öhringen - Der Umbau des Hoftheaters ist der größte Brocken bei der fünf Millionen Euro teuren Sanierung im Hofgarten. Das vielleicht spannendste Projekt aber ist die Orangerie. Denn während beim Hoftheater nur die äußere Hülle unter Denkmalschutz steht, ist es bei der Orangerie das gesamte Gebäude: Stein für Stein, Balken für Balken, Fenster für Fenster.

"Das Denkmalamt will so viel wie möglich erhalten. Da sind eine Menge Abstimmungen notwendig", sagt Wolfgang Klenk aus dem städtischen Hochbauamt, der Renovierung und (teilweisen) Umbau der drei Gebäude im Hofgarten betreut.

Orangerie

Die Orangerie, zuletzt von den Stadtgärtnern genutzt, steht seit vielen Jahren leer. Die Spuren des Verfalls sind unübersehbar. Die künftige Nutzung zielt in Richtung Cafeteria. Ob es aber ein einfaches Bistro-Café wird, das nur zu Veranstaltungen im Hoftheater öffnet, oder aber ein echtes Gartenlokal, das permanent bewirtschaftet wird, das muss der Öhringer Gemeinderat erst noch entscheiden.

Die Pläne des Architekturbüros Bernhardt sehen für das Erdgeschoss einen rund 50 Quadratmeter großen Lokalbereich mit Außenbestuhlung vor. Die Südfront aus Glas und Holz werde nach Vorgaben des Landesdenkmalamtes stilgerecht erneuert, berichtet Architektin Julia Bernhardt. Die Balken sollen so weit wie möglich erhalten bleiben.

Im rückwärtigen Raum bleibt Platz für die Küche. Im Zwischengeschoss entstehen WCs für Personal und Besucher. Allerdings: Für barrierefreie Sanitärräume ist in dem engen Gebäude kein Platz. Rollstuhlfahrer müssen die Toiletten im benachbarten Hoftheater benutzen. Dort wird es einen Aufzug geben.

Im Dachgeschoss der Orangerie entsteht unter den Dachschrägen ein Raum mit einer Grundfläche von rund 40 Quadratmetern. "Es ist noch nicht entschieden, was mit diesem Raum geschieht," sagt Stadtbaumeister Reiner Bremm. Eines ist klar: "Für eine öffentliche Nutzung ist er nicht geeignet."

Wohnhaus

Die geringsten Veränderungen wird es an dem 1950 erbauten Wohnhaus geben. Hier stehen die energetische Sanierung sowie die Erneuerung von Haustechnik, Fußböden und Putz im Mittelpunkt. Im Erdgeschoss zieht die Geschäftsführung der Landesgartenschau ein. Vier Zimmer der bestehenden Wohnung werden zu Büros und Besprechungsraum umgebaut, das fünfte wird für einen offenen Empfangsbereich geöffnet.

Weil dieser Bereich des Hauses öffentlich ist, muss der Zugang barrierefrei sein. Deshalb werde eine Rampe angebaut, kündigt Architektin Julia Bernhardt an.

Im ersten Stock werden fünf Büroräume eingerichtet. Im Dachgeschoss entsteht ein großer, offener Besprechungsraum für die Verantwortlichen der Landesgartenschau.

Wegen der Ausrichtung auf das Gartenschau-Jahr 2016 bedeutet der Umbau keine Festlegung auf lange Zeit: "Wir werden so gestalten, dass wir nachher wieder eine andere Nutzung reinbringen können", sagt Wolfgang Klenk vom Hochbauamt.

Beheizt wird das Wohnhaus − wie auch die Orangerie − von der Gasheizung unter dem Hoftheater. Auf lange Sicht ist aber auch ein Anschluss der drei Gebäude ans städtische Fernwärmenetz denkbar.

Die Pläne zum Umbau des Hoftheaters wurden in der Hohenloher Zeitung vom 8. Februar vorgestellt.

18 Monate Baustelle

Die Bauarbeiten am Hoftheater-Ensemble beginnen Anfang März und dauern etwa eineinhalb Jahre. Die Baustelle wird umzäunt, der Kran soll an der Südseite des Hoftheaters aufgestellt werden. Die Zufahrt für Baustellenfahrzeuge erfolgt über den Parkplatz neben dem Wohnhaus. Der Fußgängerverkehr zwischen Südstadt und Innenstadt kann während der Bauzeit nicht zwischen Hoftheater und Orangerie hindurch verlaufen, sondern wird östlich an der Orangerie vorbei geführt. Die Planung der Außenanlagen kann erst beginnen, wenn Klarheit darüber besteht, wie der Hofgarten für die Landesgartenschau 2016 umgestaltet wird. rho
 

Zwischen Konferenz und Kaffee
Im Erdgeschoss des Wohnhauses zieht die Geschäftsführung der Gartenschau-Gesellschaft ein. Eine Rampe sorgt für einen barrierefreien Zugang.
Zwischen Konferenz und Kaffee