Saisonstart mit glitzerndem Schnee

Von Gustav Döttling

Saisonstart mit glitzerndem Schnee

"Eigentlich sollte das Motto Frühlingserwachen auf der Burg heißen."

Klaus Schifferer

 

Löwenstein - Emil Metzger hat Mut. Als der Mann aus Nagold sieht, wie sich die Zwillinge Mara und Leonie, in einem sicheren Haltegurt hängend, von ihrer Mutter Kirstin Pfeffer mit einer Handseilbahn über den Graben der Löwensteiner Burg ziehen lassen, will er die Seilbahn auch ausprobieren. "Die Seile sind an der Stelle über den Burggraben gespannt, wo früher die alte Zugbrücke war", erzählt Naturparkführer Klaus Pfeffer aus Untergruppenbach. Der erfahrene Fachübungsleiter des Deutschen Alpenvereins (DAV) hat zwischen zwei Bäumen über eine Entfernung von rund 20 Metern die Seile befestigt.

Schweben

Die Burgbesucher können sich in einem Sicherungsgurt an der Seilbahnrolle über den Graben ziehen lassen. "Es ist einfach toll, in dieser Höhe zu schweben", sagt Metzger, der die schaukelnde Fahrt genossen hat.

Die Seilbahn ist nur eine Attraktion, die sich die vier Naturparkführer Michaela Köhler, Sabine Rücker, Steffen Felger und Klaus Pfeffer zum touristischen Saisonauftakt auf der Burg Löwenstein ausgedacht haben. Bei herrlichem Sonnenschein, kalten Temperaturen und glitzerndem Schnee herrscht am Sonntagnachmittag reger Besuchsverkehr auf dem Burgareal.

Eigentlich wollte Hans-Jörg Eberle die Besucher musikalisch mit seiner böhmischen Hakenharfe begrüßen. "Zu kalt für das Holz", sagt der Musiker und Dirigent. Als Ersatz spielt er vor dem Prospektstand der Naturparkführer eine Melodie mit der Maultrommel.

Mit der Rätsche ruft Naturpark- und Burgführerin Michaela Köhler im historischen Gewand die Burgbesucher zur Eröffnungsansprache von Bürgermeister Klaus Schifferer. "Eigentlich sollte das Motto Frühlingserwachen auf der Burg heißen, aber angesichts der Temperaturen eröffnen wir die Burgsaison", sagt Schifferer.

Geöffnet

Ab sofort ist der Burgturm an den Wochenenden wieder geöffnet. Samstags und sonntags betreibt Helfried Fierling den Kiosk. "Gestern war der Kiosk noch leer", erzählt Fierling. Ein Bekannter musste wegen des Schneefalls mit dem Geländewagen die Ausstattung, Getränke und Nahrungsmittel herbeischaffen.

Neben dem Kiosk köchelt in einem Topf über offenem Feuer duftender Jagertee. Auf einer Bank in einer Nische der Burgmauer genießt ein warm eingepacktes Pärchen mit einer Flasche Sekt den Sonnenschein. Nicht nur Monika Köhler ist im historischen Gewand erschienen. "Nennen Sie mich Gulbrand zu Winsberg", sagt ein Mitglied der Fechtschule Sieben Schwerter aus Ludwigsburg. Er ist als Ritter gekleidet zum Schwertkampftraining gekommen.

"Wir suchen für unser Training immer wieder historische Orte auf", sagt Schwertfechtschüler Martin Eller aus Ludwigsburg. Und so erleben die Besucher einen Schwerterkampf. Steffen Felger macht in der großen Grillstelle hinter dem Turm Feuer. Er zeigt dem zehnjährigen Loris Reinhart und seiner Mutter Carola, wie man den Brotteig um einen Haselnussstab wickelt und Stockbrot macht. Derweil bricht Naturparkführerin Rücker zur dritten Löwensteiner Bergtour auf. Sie führt die Teilnehmer über das Teusserbad, den Sandberg zum Bleichsee und zurück zum Freihaus.




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