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Ostergarten in Kirche und Kreuzgang
Von unserem Redakteur Peter Hohl
Öhringen - Gartenschau, Garten Eden, Ostergarten: Was zunächst wie eine etwas willkürliche Verbindung von Worten klingt, soll ab Ende März einen tieferen Sinn ergeben. Die evangelische Kirchengemeinde will − in ökumenischer Zusammenarbeit mit Apis, süddeutscher Gemeinschaft und katholischen Pfadfindern − die Menschen mitnehmen auf eine Zeitreise ins Jerusalem vor fast 2000 Jahren. An neun Stationen in Kreuzgang und Stiftskirche sollen Leiden, Tod und Auferstehung Jesu mit allen Sinnen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) erfahrbar werden.
Sinnenparcours Ein Ostergarten ist ein Sinnenparcours auf der Grundlage der biblischen Passions- und Auferstehungsgeschichte. In jüngster Zeit versuchen landauf, landab immer mehr Kirchengemeinden, die alten Worte der Bibel in Sinneserfahrungen zu übersetzen. Die Öhringer sind nicht die ersten, nicht einmal die ersten im Hohenlohekreis.
Dennoch soll der Öhringer Ostergarten Pionierarbeit leisten. Das hängt mit der Entstehungsgeschichte zusammen. "Der Impuls war für mich die Frage: Wie können wir die Kirche attraktiver machen, wenn die Gartenschau kommt?", sagt Diakon Hans-Peter Hilligardt, der den Anstoß für das Projekt gegeben hat. Zwar sind es noch vier Jahre bis zur Landesgartenschau 2016. Doch der Ostergarten könnte zeigen, ob ein Angebot für alle Sinne auch solche Menschen in die Kirche lockt, die sonst womöglich ungerührt an dem altehrwürdigen Gotteshaus vorbei laufen würden.
Ein kleiner, informeller Arbeitskreis hat sich in den vergangenen drei Jahren in verschiedenen Ostergärten umgeschaut und ein eigenes Konzept erarbeitet. Es ist ganz auf die Öhringer (Raum-)Verhältnisse zugeschnitten. Die Besuchergruppen werden durch den Ostergarten geführt von Moderatoren, die Schuldekan Jörg Spahmann ausbildet.
Die Gruppen betreten den Kreuzgang vom Ölberg her und tauchen ein in das alte Jerusalem. Sie gehen zwischen Esel und Gewürzsäcken hindurch, werden gesalbt und nehmen in der Michaelskapelle das Passahmahl ein. In der Seitenkapelle der Stiftskirche sitzen sie im Garten Gethsemane, treten vor den Thron des Pilatus und hören den Hahnenschrei, wenn Petrus seinen Herrn verleugnet. Die Gruppe trägt das Kreuz hinauf zum Altar der Stiftskirche, drängt sich (im Kreuzgarten) in der Grabeshöhle und hört schließlich am plätschernden Brunnen vom Wunder der Auferstehung und des ewigen Lebens.
Verbindung "Der Tod ist nur eine Zwischenstation, nicht die Endstation", fasst Pfarrer Ralph Binder die Botschaft zusammen. Der Theologe zieht die Verbindung vom Ostergarten zum Garten Eden, dem Paradies: Gärten konnten sich im trockenen Wüstenklima nur Könige leisten, der Garten stehe also für die Königswürde des Menschen.
Polizeiticker
Kupferzell 09:06 Uhr
Mulfingen 09:06 Uhr
Bretzfeld 09:18 Uhr
Bretzfeld/Öhringen 09:17 Uhr
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