Landgericht entlässt Dealer aus der Haft

Kupferzell/Heilbronn - "Es war eine ganz knappe Entscheidung", sagte Bertram Dehn, Vorsitzender Richter am Heilbronner Landgericht. Zuvor hatte die 5. Kleine Strafkammer einen 33-jährigen Drogendealer aus Kupferzell zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Zugleich wurde der Kosovo-Albaner aus der U-Haft entlassen.

Der 33-Jährige hatte über die Jahreswende einen Waldenburger mit einem halben Kilo Marihuana beliefert. Dafür hatte ihn das Öhringer Schöffengericht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Der Angeklagte habe "aus reiner Geldgier" gehandelt, stellte die Richterin im April fest. Bewährung könne es nicht geben, weil er der Polizei seinen Lieferanten verschwiegen habe.

Das Landgericht bewertete den Fall nun neu. Am stärksten wurde berücksichtigt, dass der Angeklagte siebeneinhalb Monate in U-Haft gesessen hatte. "Das hat ihn beeindruckt", meinte Richter Dehn. Er gehe davon aus, dass der 33-Jährige wieder Arbeit finden werde und mit seiner Familie ins Reine komme. Insgesamt sei seine Prognose gut.

Seinen Lieferanten verschwieg der Angeklagte auch vor dem Landgericht. Er habe "zu viel Angst", sagte der Kupferzeller. Er will sich gegen weiteren Drogenkonsum mit einer ambulanten Therapie wappnen. Bereits 2005 war er wegen Rauschgifthandels zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft kann gegen das Urteil noch in Revision gehen. Die Anklagevertreterin hatte beantragt, die Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten aufrechtzuerhalten. has




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