Jubiläum ins Visier genommen

Von Gerhard Gutbrod

Jubiläum ins Visier genommen
Oberschützenmeister Wolfgang Rölle zeigt, wie Waffen und Munition in massiven Tresoren sicher aufbewahrt werden.Foto: Gerhard Gutbrod 

Pfedelbach - In wenigen Tagen ist es soweit: Am 9. September wird der Pfedelbacher Schützenverein 50 Jahre alt und das halbe Jahrhundert ist voll. Im Vergleich zu anderen Vereinigungen dieser Art ist dies ein jugendliches Alter. Aber eine eher kurze Vereinstradition tut dem Vergnügen der Mitglieder am Schießsport und deren Vorfreude auf die Jubiläumsfeier am 18. September keinen Abbruch.

Gründer Der Vereinschronik ist zu entnehmen, dass es 20 Personen waren, die am 9. September1960 im Gasthaus "Zum Löwen" den Schützenverein Pfedelbach aus der Taufe gehoben haben. Sportlich schoss man am Anfang nur mit dem Luftgewehr. Als Schießbahn diente zunächst der Saal der oben genannten Gaststätte, bis der Inhaber seine frühere Kegelbahn zur Verfügung stellte. Diese hatte zwar weder Heizung noch Licht, bot aber Platz für drei Bahnen, so dass auch die Luftpistole eingesetzt werden konnte. Schon im Mai 1961 erreichten die Pfedelbacher bei den Kreismeisterschaften in Öhringen einen beachtlichen vierten Platz mit dem Luftgewehr und konnten ihre allererste Urkunde in Empfang nehmen.

Ab 1969 konnten die Schützen über ein etwas größeres Domizil verfügen: Es war der Anbau der Erich-Fritz-Halle, wo man vier Bahnen und einen Aufenthaltsraum einrichtete. Im Jahr 1983 ließ man sich als Schützenverein Pfedelbach 1960 e.V. ins Vereinsregister eintragen. Durch Publikationen und anhaltende sportliche Erfolge erhöhte sich bis 1985 die Mitgliederzahl auf 52, darunter waren sechs Schüler. Im Mai des selben Jahres konnte man auch das 25-jährige Bestehen des Vereins feiern.

Ins Boot genommen Ärgerlich gestaltete sich in der Folgezeit das Bemühen um den Bau einer eigenen Schießanlage, denn trotz verschiedener Vorschläge wurden die erforderlichen Genehmigungen verweigert. Zum Glück plante zu dieser Zeit gerade die Schützengilde Öhringen den Ausbau ihrer Anlage und nahm die Pfedelbacher Kollegen mit ins Boot. Im Februar 1993 begann man gemeinsam mit dem Aus- und Neubau der Öhringer Anlage. Kleinkaliber-Anlage, Luftgewehrhalle mit zwölf Bahnen und eine Sportpistolen-Anlage standen nun zur Verfügung. Im Sommer 1997 waren auch die Arbeiten am Vereinsheim abgeschlossen und die Mitglieder beider Vereine hatten rund 12 000 Arbeitsstunden geleistet.

Vorsichtsmaßnahmen Derzeit gehören 216 Mitglieder dem Pfedelbacher Schützenverein an "mit wachsender Tendenz", wie Oberschützenmeister Wolfgang Rölle beim Gespräch mit der HZ anmerkte. "Seit dem Amoklauf von Winnenden kommen aber kaum noch junge Leute neu zu uns", bedauert der Vereinschef. Dicke Tresore für Waffen und Munition halten im Schützenhaus jeden ab, der unberechtigt an Gewehre und Pistolen kommen will. Deutliche Spuren eines gescheiterten Einbruchsversuchs an einem Panzerglasfenster belegen aber, wie wichtig derartige Vorsichtsmaßnahmen sind.




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