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Historische Lagen weiter auf der Kippe
Von unserem Redakteur Kilian Krauth
Hohenlohe - Eine Art Trollinger-Marathon absolviert diesen Monat der Präsident des Weinbauverbandes Württemberg. Bei neun Bezirksversammlungen tischt Hermann Hohl seinen 13 000 Mitgliedern zwischen Tauber und Remstal die aktuelle Weinbaupolitik auf. Zum Auftakt füllten 300 Wengerter aus dem Zabergäu den Jupiterweinkeller Hausen. Anders als im Vorjahr spielten Fusionen eine untergeordnete Rolle. Dazu nur so viel: "Sie wirken nicht von heute auf Morgen," so Hohl. Er sehe aber bereits Anzeichen, dass die teils angespannte wirtschaftliche Situation der Einzelbetriebe besser werde.
Optimistisch stimmt die Wengerter der 2012er, der in Qualität und Menge fast überall für volle Keller und Regale gesorgt hat. Insgesamt ist der gesamte Weinabsatz 2012 zwar um 2,8 Prozent gesunken, der Umsatz aber um 1,2 Prozent gestiegen. Die deutschen Winzer haben 2012 sogar 2,1 Prozent mehr Wein verkauft. Mit dem demographischen Wandel ändern sich laut Hohl die Konsumgewohnheiten. "Darauf müssen wir uns einstellen, bis hin zu passenden Produkten."
Schicksal
Wie man den Launen der Natur trotzen kann, respektive Mehltau-Pilze in den Griff bekommt, führte Weinbauberater Lothar Neumann aus.
Mehr denn je ist das Schicksal der Branche aber von Brüssel abhängig. Im Zuge der GAP-Reform strebt die EU-Kommission die Aufhebung der streng abgegrenzten Weinlagen an. Immerhin: Von dieser "totalen Liberalisierung" ab 2015 oder 2018 ist Brüssel inzwischen abgekommen. Nun strebe die EU-Kommission ein sogenanntes Autorisierungssystem mit prozentualen Neupflanzungsquoten an. Dies könnte laut Hohl aber zu einer "Freigabe durch die Hintertür führen". Hoffnungsschimmer: Der Agrarausschuss des EU-Parlamentes will laut Hohl am Anbaustopp bis 2030 festhalten. Letztlich müsste die Entscheidung aber von Kommission, Parlament und Ministerrat getragen werden. Lange habe es unter den 27 Mitgliedstaaten eine Mehrheit für die Beibehaltung gegeben, doch diese sei langsam auf zwölf Verbündete geschrumpft, neben Österreich zähle gar Bundesministerin Ilse Aigner zu den "Wackelkandidaten" − entgegen der Kanzlerin. Der Unterstützung des baden-württembergischen Agrarministers Alexander Bonde sei man sich indes sicher. Große Hoffnung setzt die Branche in eine Konferenz mit 70 EU-Weinbauregionen im April in Stuttgart.
Nachhaltige Bewirtschaftung von Weinbergen lautet das Thema der Bezirksversammlung für Weinsberger Tal und Öhringer Gegend am Donnerstag, 21. Februar, 19.30 Uhr in der Gemeindehalle in Eschenau.
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