Fesche Mädels schwingen das Tanzbein

Von Corinna Janssen

Fesche Mädels schwingen das Tanzbein
Superstimmung herrschte beim Scheunenfest, das der Musikverein zusammen mit den Hühnerstallfreunden nach 20 Jahren wieder aufleben ließ. Foto: Corinna Janssen 

Waldenburg - Die Kittsteiner Scheune in der Hauptstraße ist nicht mehr wiederzuerkennen. Wenige Tage zuvor standen noch zwei Eicher-Schlepper, ein Ladewagen und weitere landwirtschaftliche Geräte darin und die Zwillingsbrüder Falk und Armin Kittsteiner schraubten an ihrem Auto, das auf der Hebebühne stand. Dort, wo einst meterhoch Brennholz lagerte, wurde Platz für die Bühne geschaffen. Drei Tage haben die Mitglieder des Musikvereins Waldenburg und die "Hühnerstallfreunde" weggefahren, weggetragen, gekehrt, entstaubt und dekoriert. Das Ergebnis begeistert die Besucher durchweg. "Das ist alles super hier", schwärmt Martha Thalheimer, die sich am Sonntagnachmittag auf einer Bierbank einen Kuchen schmecken lässt.

Aufwand "Mein Großvater hat vor über 40 Jahren das erste Scheunenfest hier gefeiert", erzählt Falk Kittsteiner. Vor 20 Jahren schlief die Tradition ein. Nun wollten Falk Kittsteiner und sein Zwillingsbruder Armin von den "Hühnerstallfreunden" − einer Clique aus 40 überwiegend jungen Leuten − das Scheunenfest gemeinsam mit dem Waldenburger Musikverein wieder aufleben lassen. "Der Aufwand ist immens und wir überlegen, in welchem Intervall wir es wieder machen", sagt Stadtrat Steffen Barkow, einer der vielen Helfer des Festes.

Bereits am Freitag zum Fassanstich, musikalisch umrahmt vom Musikverein, ist in der Scheune kein Platz mehr zu finden. Nicht nur junge Leute sind gekommen, auch die ältere Generation ist stark vertreten. Und das ändert sich auch nicht, als am Abend die zwei Rockbands "Dezibel" aus Waldenburg und "Breakdown" aus Mainhardt die Holzbalken zum Biegen bringen. "Wir haben eine absolut gute Stimmung", sagt Steffen Barkow begeistert, während fesche Mädels das Tanzbein schwingen.

Für eine spontane Theatereinlage sind die "Hühnerstallfreunde" zu haben. Die Geschichte vom Rotkäppchen wird parodiert. War es nun ein Theaterstück oder ein Musical? Die Meinungen zwischen Falk Kittsteiner und Steffen Barkow gehen auseinander. "Ich habe schon live mitgesungen, aber das Playback hat mich übertönt", verteidigt sich der Stadtrat.

Gegen halb vier am Morgen wird die Scheune allmählich leer, einige übernachten spontan zwischen den Heuballen auf der Bühne.

Resümee Während am Sonntagnachmittag die Kinder bei bester Laune in einem Schlepperanhänger, ähnlich einem Planwagen, durch Waldenburg chauffiert werden, resümiert Uschi Wagner, Jugendleiterin des Musikvereins Waldenburg: "Die Gäste waren begeistert von der Scheunenatmosphäre, und die Scheune war fast immer voll." Wenn es nach dem Musikverein geht, gibt es im nächsten Jahr eine Neuauflage. Die Gesprächsverhandlungen laufen bereits.




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