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Familienfreundlichkeit unter einem Dach
Von Peter Hohl
Öhringen - Im Prinzip könnten wir in jeder der fünf Arbeitsgruppen drinsitzen", sagt Hans-Martin Bauer. Wenn am Samstag mehr als 100 Öhringer zur Zukunftswerkstatt kommen, werden auch der evangelische Pfarrer sowie Kindergartenleiterin Karin Haist dabei sein. Die Hauptverantwortlichen des Mehrgenerationenhauses (MGH) an der Hunnenstraße beteiligen sich an der ersten Arbeitsgruppe, in der es um das Miteinander von MGH, Seniorenbegegnungsstätte Haus an der Walk und Bürgerhausensemble geht.
Was die Stadt Öhringen jetzt im Großen plant, praktiziert die evangelische Kirchengemeinde seit einigen Jahren bereits im Kleinen: das familienfreundliche Miteinander der Generationen und Kulturen.
Zusammenhänge
Kinder- und Jugendarbeit, Verbindung von Familie und Beruf, Aktivitäten für Senioren, ehrenamtliches Engagement, Integration von Migranten: "Es hängt alles mit allem zusammen", weiß Karin Haist aus der Erfahrung im MGH. Mit dem Haus an der Walk gebe es bereits eine gute Zusammenarbeit, berichten Haist und Bauer. Gespannt sind die beiden, was im Bürgerhausensemble geschieht.
Eine Verteilung der Räume an Vereine, Musikschule und Volkshochschule wäre die einfachste Lösung. Doch: "Ein inhaltliches Konzept hätte schon Vorteile", sagt Hans-Martin Bauer. Er weiß aber: "Wenn man ein Haus inhaltlich mit Leben erfüllt, braucht man Personal." "Nicht nur ehrenamtliches", ergänzt Karin Haist: "Denn Ehrenamtliche wollen gepflegt werden."
Förderung
Im MGH pflegt eine kleine Schar von Hauptamtlichen, überwiegend stundenweise abgestellt vom evangelischen Kindergarten, rund 80 ehrenamtliche Mitarbeiter. 20 000 Euro stehen für Personalausgaben zur Verfügung. Das Geld kommt als Förderung vom Bundesfamilienministerium. "Da legen wir noch drauf", sagt Pfarrer Bauer.
Insgesamt fließen jährlich 40 000 Euro aus Berlin nach Öhringen, mit der zweiten Hälfte werden Sachausgaben finanziert. Das Fördergeld gab es 2008 und 2009, und es wird auch 2010 und 2011 kommen. Ob es noch ein fünftes (und letztes) Förderjahr gibt, entscheidet sich im kommenden Jahr.
"Die inhaltliche Arbeit läuft gut. Uns fehlt nur das Gebäude dazu", sagt Hans-Martin Bauer. Die Unterlagen für Um- und teilweisen Neubau an der Hunnenstraße liegen immer noch beim Oberkirchenrat in Stuttgart. Das landeskirchliche Gremium muss das 2,5-Millionen-Euro-Projekt genehmigen und mitfinanzieren, Nach neuester Planung könnten Diakonieshop und Tafelladen im MGH einziehen. Doch nach wie vor ist vieles in Bewegung im Öhringer Mehrgenerationenhaus.
Mehrgenerationenhaus
500 Mehrgenerationenhäuser gibt es in Deutschland. Sie sind auf Initiative des Bundesfamilienministeriums entstanden, von dem sie gefördert, aber auch kontrolliert werden. Folgendes müssen die Häuser bieten: Einbeziehung der vier Lebensalter, generationenübergreifende Angebote, Kinderbetreuung, Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen, Informations- und Dienstleistungsdrehscheibe, Einbeziehung der lokalen Wirtschaft und einen offenen Treff. Ausbaufähig ist in Öhringen noch die Rolle der Wirtschaft. Eine Handvoll Hauptamtlicher, die überwiegend stundenweise an dem Projekt mitarbeiten, betreuen und begleiten derzeit rund 80 ehrenamtliche Mitarbeiter, die zusammen rund 5000 Stunden jährlich im Mehrgenerationenhaus aktiv sind.
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