Behinderte Jugendliche beim Fotoshooting

Von Oliver Färber

Behinderte Jugendliche beim Fotoshooting
Ausstellungseröffnung mit Freunden und Partnern der Lebenshilfe: Ute Zimmer aus Großenhain (links) berichtet über die Arbeit mit den Behinderten.Foto: Oliver Färber 

Öhringen - "Jeder ist eingeladen, sich selbst ein Bild von unserer Arbeit zu machen. Unsere Türen stehen offen." Ute Zimmer von der Lebenshilfe Großenhain würde sich sicher über Besucher aus demHohenlohischen in der Öhringer Partnerstadt in Sachsen freuen. Im Schloss zeigt der Verband für Menschen mit Behinderung nun, wie er arbeitet. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen aber die − meist jungen − Menschen, welche die Helfer betreuen.

Ins Auge fallen die 41 Portraits, die der örtliche Fotograf Axel Haußmann von und mit den Behinderten erstellt hat. Der 43-Jährige, der ehrenamtlich mit der Lebenshilfe zusammen arbeitet, kann sich besonders in die Menschen hineinfühlen. "Er ist selbst betroffen, weil seine Frau seit einem Unfall geistig behindert ist", berichtet Ute Zimmer.

Jahrestag

Die Ausstellung ist nicht zum ersten Mal zu sehen. Sie war bereits im letzten Jahr in Großenhain direkt zugänglich. Zusammengestellt wurde sie damals für das 20-jährige Jubiläum der Lebenshilfe in Großenhain sowie den zehnten Jahrestag des Wohnheimes dort.

Ute Zimmer erinnert sich gerne daran, wie die Fotos entstanden sind. "Unsere Jugendlichen sind sehr wissbegierig. Manche haben sich einen Fotoapparat gekauft, wussten aber nicht, wie sie damit umgehen sollen." Da habe die Lebenshilfe Axel Haußmann für das Projekt gewinnen können. Er sei mit ihnen in seiner Freizeit auch hinaus in die Natur gegangen, um interessante Bilder zu machen.

Künstler

Höhepunkt sei für die jungen Leute dann das Fotoshooting gewesen. "Manche waren schon aufgeregt, sich von einem Künstler fotografieren zu lassen", so Zimmer. Etliche Bilder seien dabei entstanden. Welche in die Ausstellung gezeigt werden sollten, suchten die Jugendlichen selbst aus.

Auf einer Collage gibt der Verband auch Einblick in seine Arbeit. So geht es um die Elterngruppe, die sich einmal im Monat trifft, um Neuigkeiten auszutauschen. "Wir sind eine große Familie geworden", freut sich Zimmer. Man unterstütze sich so gegenseitig und gehe aufeinander zu. Überhaupt seien die Behinderten gut in das tägliche Leben in der Stadt integriert. Auch über den Tornado, der zu Pfingsten über die Stadt gefegt war, spricht sie: "Unser schönes Schild ist seither weg." Aber dafür steht das Bäumchen noch, dass die Eltern zur Gründung der Gruppe gepflanzt hätten.

"Wir machen gerne Ausstellungen mit den Partnerstädten", erklärt Ingrid Breuninger von der Stadt Öhringen. Aus den Bildern, welche die Lebenshilfe mit nach Hohenlohe gebracht habe, spreche viel Lebensfreude.

Die Bilder sind bis zum 25. November im Öhringer Schloss zusehen − auch bei der Kulturnacht am 18. September.




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