Torsten Kunkel redet Klartext

Pfedelbach  Beim Bürgerempfang stellt der Pfedelbacher Gemeindechef die Projekte der kommenden Jahre vor und bezieht klar Position.

Von unserem Redakteur Peter Hohl

Torsten Kunkel redet Klartext

Bürgermeister Torsten Kunkel (vorn) präsentierte seinen rund 200 Zuhörern Geleistetes und vieles, was die Gemeinde noch zu tun hat.

Foto: Peter Hohl

 

Wir schaffen das" sagt Torsten Kunkel nicht. Der Pfedelbacher Bürgermeister sagt: "Wir werden das meistern" und "Auch das kriegen wir hin". Dennoch: Merkeln ist Kunkels Sache nicht. Er spricht eine klare Sprache, sagt den Bürgern, was aus seiner Sicht gut läuft und was nicht.

Er präsentiert sich als selbstbewusster Vertreter einer schuldenfreien Gemeinde und weist zugleich darauf hin, dass gerade bei den Finanzen die Risiken nicht geringer werden. Beim Bürgerempfang am Sonntagvormittag in der neuen Gemeindehalle Nobelgusch stellt Torsten Kunkel seinen rund 200 Zuhörern vor, was in Pfedelbach geleistet wurde und was in den kommenden Jahren zu tun ist. Einige Stichpunkte:

Wasserversorgung un Straßenbau

1,6 Millionen Euro pumpt die Gemeinde in diesem Jahr in die Wasserversorgung. Hauptaufgabe ist der Anschluss von Schuppach ans Leitungsnetz aller Ortsteile. "Die Investition werden wir in die gemeinsame Gebührenkalkulation aufnehmen", kündigt Kunkel an. Sprich: Der Wasserzins wird steigen.

Auch hier stehen größere Investitionen an. Kunkels Ansage: "Wir werden in diesem Jahr in Pfedelbach und Windischenbach Verkehrschaos haben. Aber dafür haben wir hinterher zwei schöne neue Straßen."

Defizit im Bäderbetrieb

Die Bäder in Pfedelbach, Untersteinbach und Oberohrn verursachen Jahr für Jahr Defizite, 2018 voraussichtlich knapp 390.000 Euro. Doch der Bürgermeister versichert: "Es ist nicht daran gedacht, eine dieser Einrichtungen zu schließen." Allerdings müssten sich Verwaltung und Gemeinderat "Gedanken machen, wie es weitergeht".

Gemeinsames Feuerwehrmagazin

Die Feuerwehrabteilungen Untersteinbach und Harsberg sollen unter dem gemeinsamen Dach eines neuen Gerätehauses zusammengefasst werden. "Sobald der Kaufvertrag fürs Grundstück unterschrieben ist, werde ich sagen, wo", sagt Torsten Kunkel. Die Kosten sind auf gut zwei Millionen Euro veranschlagt, gebaut werden soll 2020/21.

Neue Schulmensa

"Wir befinden uns in Konkurrenz mit allen Schulen um uns herum", begründet der Bürgermeister den geplanten Bau der Mensa. Der Standort ist gefunden, nun geht es an die konkrete Planung. Das Projekt steht mit 1,748 Millionen Euro in der Finanzplanung. Doch Torsten Kunkel befürchtet, "dass wir die Kosten nicht halten können, weil die Baupreise derzeit durch die Decke schießen."

Gleiches gelte für Ausbau und Sanierung des katholischen Kindergartens, die mit 1,466 Millionen Euro veranschlagt und für die Jahre 2020/21 vorgesehen sind. Immerhin kann die Gemeinde hier auf Zuschüsse aus Sanierungsmitteln rechnen.

Geld fließt nach Pfedelbach auch für den Neubau der durch einen Brandanschlag zerstörten Flüchtlingsunterkunft. 1,25 Millionen Euro soll das Haus kosten, das derzeit im Bau ist. Weil nicht nur die Versicherung zahle, sondern auch das Land einen Beitrag leiste, "kriegen wir für rund 400.000 Euro ein funkelnagelneues Haus", sagt Kunkel.

Interkommunale Zusammenarbeit

"Beim Breitbandausbau sind wir in der Kreisliga C", schimpft der Bürgermeister. Ein interkommunales Projekt soll für Gleichen eine deutliche Verbesserung bringen. Über Gemeindegrenzen hinweg kooperiere Pfedelbach bereits beim Tourismus und werde dies künftig auch in anderen Bereichen tun müssen, beispielsweise bei der Ausweisung von Gewerbegebieten, berichtet Kunkel und bezieht ein letztes Mal an diesem Vormittag deutlich Position: "Interkommunale Zusammenarbeit: ja. Aber die Identität der Gemeinde steht für mich ganz oben. Gegen eine Eingemeindung würde ich mich mit Händen und Füßen wehren."

Bei ihrem Bürgerempfang will die Gemeinde Pfedelbach dem Ehrenamt eine Plattform geben. Den Anfang machten am Sonntag die "Blaulichtorganisationen" (Torsten Kunkel): Feuerwehr, THW, DRK und DLRG präsentierten sich mit Fahrzeugen und Infoständen auf dem Platz vor der Nobelgusch. Auf der Bühne wurden Blutspender und das landesweit erfolgreiche Jugendrotkreuz geehrt. Beim Bürgerempfang im kommenden Jahr wolle die Gemeinde das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen in den Vordergrund rücken, kündigte Torsten Kunkel an. Denn wie sagte der Bürgermeister am Sonntag in der Nobelgusch: "Ohne Ehrenamt wären wir aufgeschmissen."