Tag der öffnen Tür in der Öhringer Albert-Schweitzer-Schule

Öhringen  Albert-Schweitzer-Schule Öhringen bereitet lernbehinderte Kinder in und außerhalb ihrer Klassenräume auf Berufsleben vor. Einigen gelingt auch der Übergang in eine Regelschule. Am Samstag stellt sich die Schule der Öffentlichkeit vor.

Von Yvonne Tscherwitschke

Die Schüler im Blick

Mechthild Schneider (links) und Rita Schneiders lesen mit den Viertklässlern einen kurzen Text.

Foto: Yvonne Tscherwitschke

 

"Wir sind keine Sackgasse." Das ist Mechthild Fischer mit Blick auf ihre Schule wichtig. Verschmitzt fügt sie hinzu: "Das gilt. Auch wenn die Albert-Schweitzer-Schule in einer Sackgasse ist." Die Konrektorin der Schule für lernbehinderte Kinder sagt das, weil sie um die Ängste der Eltern weiß, die sich scheuen, ihr Kind an eine sonderpädagogische Einrichtung zu geben.

Auf Werkrealschule gewechselt

"Doch immer wieder wechseln Schüler nach zwei, drei oder vier Jahren auf eine Regelschule", ergänzt Schulleiterin Rita Schneiders. Erst zu Beginn dieses Schuljahres seien zwei Mädchen in die fünfte Klasse Werkrealschule gewechselt.

Noch immer, erklärt das Schulleitungstandem, haben Eltern Scheu vor sonderpädagogischer Unterstützung. Egal, ob Sonderschule oder Sozialpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum Lernen auf dem Briefkopf steht. So nämlich heißt die Albert-Schweitzer-Schule neuerdings. "Ein sperriger Name", schütteln die beiden Lehrerinnen den Kopf und verwenden selbst nur die Abkürzung SBBZ Lernen. "Wobei ich mit den beiden Säulen bilden und beraten gut klarkomme", betont Rita Schneiders.

Begleitung ab der Geburt

Die Beratung und Begleitung der Eltern und Schüler beginnt genaugenommen schon bei der Geburt. Verstärkt werden die Experten der Einrichtung aber ab dem Zeitpunkt eingebunden, an dem die Betreuung in Kindertagesstätten Entwicklungsverzögerungen deutlich sichtbar macht. Förderangebote aufzeigen und die passende Schule finden, das sind Aufgaben der Profis.

Denn: Nicht an jeder Schule gibt es inklusive Angebote. "Auch wenn man denkt, dass jedes Kind an jeder Schule speziell gefördert werden kann", erklärt Mechthild Fischer. So haben derzeit die Hungerfeldschule, die Weygangschule und die Grundschule Zweiflingen Inklusions-Angebote. Schüler aus Bretzfeld, Neuenstein oder Ernsbach müssten dann dort hin, wenn sie inklusiv betreut werden sollten.

An der Albert-Schweitzer-Schule, betont Mechthild Fischer, haben die Lehrkräfte jedes Kind im Blick. "Wir wissen genau, wo jedes Kind steht, welche Hilfe es braucht", sagt Rita Schneiders.

Ein besonderes Augenmerk hat die Schule ab Klasse sieben auf den Übergang in den Beruf. Hier wünscht sich Rita Schneiders ein zehntes Schuljahr für ihre Schüler, um reifer zu werden. Mit Praktika (oft auch vermittelt durch die Eltern) lernen die Kinder die Berufswelt kennen. Denn jedes Kind, erklärt Rita Schneiders, hat seine speziellen Talente. Wer nicht gut im lernen ist, kann gut im Gärtnern sein, im Malen oder Fußball spielen. Die Kinder ist deshalb großes Anliegen der Schule.

Tag der offenen Tür

78 Schüler der Klassen eins bis neun werden von 16 Lehrkräften betreut. Die Kinder brauchen erst Selbstbewusstsein, ehe sie sie lernen können, formuliert Mechthild Fischer den ganzheitlichen Ansatz der Schule. Bei einem Tag der offenen Tür am Samstag, 7. Oktober, ist von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit, die Schule und ihre Angebote kennenzulernen.