Mit Standing Ovations ins neue Jahr

Öhringen  Öhringen - Dass Freude am Singen ansteckend ist, das zeigt der Ernsbacher Chor Pichorbello wieder einmal beim Neujahrskonzert in der ausverkauften Kultura. In elegantem Schwarz gekleidet bringen die rund 50 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Ulrich Dachtler ein wahres musikalisches Feuerwerk auf die Bühne und erhalten Standing Ovations.

Von Corinna Janßen

Mit Standing Ovations ins neue Jahr

Auch afrikanische Trommelwirbel gab es beim Neujahrskonzert von Pichorbello in der Kultura zu hören.

Öhringen - Dass Freude am Singen ansteckend ist, das zeigt der Ernsbacher Chor Pichorbello wieder einmal beim Neujahrskonzert in der ausverkauften Kultura. In elegantem Schwarz gekleidet bringen die rund 50 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Ulrich Dachtler ein wahres musikalisches Feuerwerk auf die Bühne und erhalten Standing Ovations.

Bereits zu Beginn vereinnahmt der Chorleiter mit wenigen Sätzen - in reinem Hohenlohisch - das Publikum. Es geht ums Klatschen, denn das sei für den Chor der Ansporn. Die Besucher nehmen es sich zu Herzen und geizen nicht mit lang anhaltenden Begeisterungsstürmen.

"Dieses Stück ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig", kündigt Dachtler das "Ave Maria" an. Und tatsächlich. Das Arrangement klingt wie gregorianische Musik. Geflüster, dazwischen tiefer Gesang, sorgen für ein ungewöhnliches Klangerlebnis. Ein weiteres geistliches Stück begeistert: "Zum Evangelium und Credo" aus der deutschen Messe von Franz Schubert. Klar im Ausdruck und mit viel Stimmvielfalt bringt Pichorbello dieses Kleinod auf die Bühne.

"Sie wundern sich, weshalb so ein gutaussehender Dirigent noch nicht verheiratet ist. Das nächste Lied könnte es vielleicht erklären", meint Dachtler grinsend. Frisch und peppig klingt "Das Rendezvous" von Oliver Gies durch den Konzertsaal. Fazit: Kein Happy End, die Bude brennt.

Man nehme einen Musiker vom Format Ulrich Dachtler und mische die Gedanken einer begnadeten Sängerin wie Bärbel Henle hinzu. Das Ergebnis: Tolle Musik und ein tiefgreifenden Text - Leben mit Herz. "Ein Herz braucht große Hände, dann kann es auch den Starken halten" klingt es durch den Abend, und die Begeisterung ist kaum zu bremsen. Es ist die pure Lebensfreude, die die Sänger Lied für Lied zum Ausdruck bringen - mit Mimik und Gestik leben sie ihre Musik und fesseln ihre Zuhörer immer wieder "Was isch denn des?" singt der Chor fröhlich bei Wolle Kriwaneks "Ufo". "Weil hier im Publikum ein Fachmann für Hohenlohisch ist, haben wir gedacht, wir singen dieses Lied in Schwäbisch", sagt Dachtler und fügt hinzu: "Am achten Tag der Schöpfung hat Gott die Dialekte verteilt. Alle waren glücklich. Und Gott war so glücklich, dass alle glücklich sind. Doch dann stand der Schwabe stumm vor ihm und Gott merkte, dass er etwas vergessen hatte", witzelt der Chorleiter. "Und Gott meinte: Ach, weisch was, schwätz oifach so wie i."

Mit seinen Solisten zieht Ulrich Dachtler wieder einmal einen Trumpf nach dem anderen aus dem Ärmel. Mit dabei "Reason" von Susanne Rieger und Tim Atkinson, ein wunderbares "Barcelona" von Bärbel Henle und "Chosen" von Robin Kroschwald.

Gleich mehrere Beiträge legt der Chor als Zugabe nach und verlässt die Bühne unter afrikanischem Trommelwirbel.

Mit Standing Ovations ins neue Jahr

Wieder einmal verstanden es Ulrich Dachtler und seine rund 50 Sängerinnen und Sänger, das Publikum in der Kultura mitzureißen.

Fotos: Corinna Janßen