Mit Hammer und Feile zum Sieg

Von unserer Redakteurin Juliane Renk

Mit Hammer und Feile zum Sieg

Yannick Freymüller vollbringt die letzten Handgriffe an seinem Prüfungswerkstück beim Berufswettkampf der deutschen Landwirtschaft. 45 Minuten bekommt er, um einen Gerätehalter mit vorgegebenen Maßen aus Metall zu fertigen.

Fotos: Juliane Renk

 

Laute Hammerschläge hallen durch den Flur der Richard-von-Weizsäcker-Schule in Öhringen. Dort treten 43 angehende Landwirte beim Berufswettkampf der deutschen Landwirtschaft unter der Schrimherrschaft des Bauernverbands an. Ein zweiter Kreisentscheid läuft parallel in der Akademie in Kupferzell.

Einer der Prüflinge in Öhringen ist Yannick Freymüller. Konzentriert arbeitet der 19-Jährige mit Hammer und Feile. In 45 Minuten muss er einen Gerätehalter aus Metall anfertigen. Das Rohmaterial, Hammer, Bohrmaschine, Feile und Metallsäge kommen zum Einsatz. Parallel tüfteln zwölf Männer an derselben Aufgabe. Sie brauchen einiges an Armschmalz und Muskelkraft. Sie schwitzen und ziehen reihenweise ihre Pullis aus.

Nur wer von seinem Betrieb freigestellt wird, kann am Wettbewerb teilnehmen. Yannick Freymüller ist froh, dass ihm sein Chef, Gerhard Kieß aus Beltersrot, diese Chance bietet. "Es ist sehr interessant und eine gute Prüfungsvorbereitung für mich", sagt Freymüller. Seinen Arbeitsalltag prägen normalerweise Kühe und Kälber, denn der Hof, auf dem er arbeitet, betreibt Milchviehwirtschaft.

Praxis überwiegt Vier verschiedene Prüfungsbereiche warten auf die jungen Männer und Frauen. Schriftlich werden ihr landwirtschaftliches Wissen und ihre Allgemeinbildung geprüft. Außerdem stellen sie auch ihre rhetorischen Fähigkeiten unter Beweis, indem sie einen vier- bis sechsminütigen Vortrag über die Zukunft des Betriebes halten, in dem sie angestellt sind.

Diese Prüfung wird von vielen Kandidaten nicht intensiv vorbereitet, meint Lisa Roland, eine der vier Frauen unter den Auszubildenden. Viele würden denken, etwas über den Hof zu erzählen, sei doch nicht so schwer.

Das Anfertigen des Gerätehalters und das Bestimmen von 25 verschiedenen Proben wie Saatgut, Futtermittel und anderem gehören ebenfalls zur Prüfung. Insgesamt können die Kandidaten 100 Punkte erreichen. Maximal 35 Punkte bekommen sie für den Gerätehalter. Diese Aufgabe bringt die meisten Punkte in der Gesamtwertung.

Vorwissen Interessant ist auch, dass die Prüflinge mit unterschiedlichen Voraussetzungen antreten. Auszubildende im ersten, zweiten und dritten Lernjahr wetteifern miteinander.

Vor der Bestimmungsaufgabe fürchtet sich Yannick Freymüller ein bisschen. In fünf Minuten notieren die Kandidaten, was sich in 25 Schälchen befindet. "Riechen und Bewegen der Proben mit dem Stift ist erlaubt, Anfassen nicht", sagt Friedbert Müller, der landwirtschaftliche Berater des Landratsamts, der die Prüfung überwacht. "Ich habe keine Ahnung, was das ist, sieht aus wie Müsli. Ich schreibe einfach mal Schweinemüsli hin, dass ist schließlich besser als nichts", sagt einer der Prüflinge.

Die Besten in Öhringen: 1. Jens Müller (17 Jahre), Weldingsfelden; 2. Jens Bauer (18), Adelmannsfelden; 3. Stefan Schmidt (19), Bad Friedrichshall. Die Besten in Kupferzell: 1. Stefan Heller, Backnang, und Andreas Gebhard, Eppingen(beide 21); 2. Philipp Stahl (20), Gaggstatt, und Lisa Langkammerer (23), Fichtenau; 3. Michael Rück (24), Rot am See, und Markus Rothmer (19) , Blaufelden.

Mit Hammer und Feile zum Sieg

Konzentriert arbeiten die Kandidaten an dem Metallstück, das später als Gerätehalter dienen soll. Sie brauchen dafür Bohrmaschine, Hammer und Feile.

 
Mit Hammer und Feile zum Sieg

Bei Friedbert Müller (rechts) müssen die Kandidaten Proben bestimmen.

 



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