IG Metall macht weiter Druck, auch in der Region

Neuenstein/Region  In der Metall-Tarifrunde haben auch in der Region die Warnstreiks begonnen. Den Auftakt machten Beschäftigte des Öhringer Verpackungsherstellers Huber Packaging. Es folgte ein Fackelmarsch bei Kolbenschmidt in Neckarsulm, am Mittwoch gingen Beschäftigte von Getrag in Neuenstein auf die Straße.

Von unserer Redaktion und dpa

Die Warnstreiks in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie gingen am Mittwoch weiter - auch in der Region: Ungefähr 650 Beschäftigte von Voith in Crailsheim und Getrag in Neuenstein forderten in Warnstreiks, bei der Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie am Donnerstag in Böblingen ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen.

Um kurz nach Mitternacht war bereits in Neckarsulm ein Fackelmarsch mit rund 330 bis 350 Beschäftigten über das Werksgelände des Automobilzulieferers Kolbenschmidt gezogen, wie ein Sprecher der regionalen IG-Metall-Geschäftsstelle sagte. Marsch und Kundgebung im Anschluss hätten insgesamt rund 45 Minuten gedauert.

Vom Morgen bis zum frühen Nachmittag waren nach IG-Metall-Angaben landesweit weitere Aktionen geplant, unter anderem in Ludwigsburg, Freiburg, Friedrichshafen, Offenburg und beim Autobauer Daimler in Stuttgart. Die größte Kundgebung sollte in Wiesloch stattfinden, wo laut IG Metall um 09.30 Uhr mehrere Tausend Beschäftigte am Sitz der Heidelberger Druckmaschinen AG erwartet werden.

 

 

Kundgebung vor Huber-Werkstor in Öhringen

Bei einer Kundgebung vor dem Huber-Werkstor forderte Gewerkschaftssekretär Arno Siebert am Dienstag „einen fairen Anteil am Aufschwung und Arbeitszeiten, die zum Leben passen“. Die IG Metall kämpft für sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie eine Wahloption auf kürzere Arbeitszeit.

Auf der Arbeitgeberseite bewege sich nichts, kritisierte Siebert und fügte hinzu: „Wir haben in der Öffentlichkeit Rückenwind für unsere Forderungen.“ Positiv ist für den Gewerkschaftssekretär die hohe Beteiligung der Huber-Beschäftigten an der Auftakt-Kundgebung: „Es sind fast alle rausgekommen.“

Die Geschäftsstelle Schwäbisch Hall plant für die nächsten Tage und Wochen weitere Aktionen in ihrem Zuständigkeitsbereich zwischen Öhringen und Crailsheim.

Sechs Prozent mehr Lohn und Arbeitszeiten

Neben einem deutlichen Lohnplus fordert die IG Metall verschiedene Optionen, über die Beschäftigte ihre Arbeitszeit reduzieren können. Vor allem diese Forderung trifft bei den Metall-Arbeitgebern auf große Gegenwehr.

"Es geht um sechs Prozent mehr Geld und um Arbeitszeiten, die zum Leben der Beschäftigte passen − um nicht mehr und um nicht weniger", sagt Michael Unser, der Erste Bevollmächtigte der Neckarsulmer IG-Metall-Verwaltungsstelle. 

"Wir beginnen mit dem ganz kleinen Besteck", sagt Gewerkschaftssekretär Jürgen Ergenzinger. Damit wolle man vor der Verhandlungsrunde am Donnerstag guten Willen zeigen. Die Planungen für weitere Aktionen laufen aber schon.