Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg gestorben

Waldenburg  Er war Forstmann, Künstler, Unternehmer und Historiker. Am Dienstag ist Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg im Alter von 83 Jahren verstorben.

Von Ranjo Doering

Forstmann, Künstler und Historiker
Der Wald als Passion: Der Fürst (links) begleitete regelmäßig Führungen.

Bürgermeister Markus Knobel braucht nicht lange überlegen, um Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg zu beschreiben: "Er war ein ehrlicher Mensch, aufrichtig, dem Allgemeinwohl verpflichtet und jemand, der immer seine Meinung vertreten hat." Der Fürst und der Schultes hatten ein freundschaftliches Verhältnis: "Ich erinnere mich noch sehr gut an unsere ersten intensiven Gespräche. Noch vor zehn Tagen habe ich ihn besucht." Am Dienstag ist Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg im Alter von 83 Jahren verstorben. "Ich bin bestürzt, denn Waldenburg verliert mit ihm eine starke Persönlichkeit", sagt Markus Knobel mit Nachdruck.

Antonia von Alten, eine Nichte des Fürsten, hat der Hohenloher Zeitung einen Nachruf übermittelt, der die Vielschichtigkeit seines Schaffens abbildet. Vor allem eines wird deutlich: Der Wald war ein Leben lang seine große Leidenschaft.

Wälder und Malerei waren seine Leidenschaft

Von 1953 bis 1960 studierte Friedrich Karl in Freiburg und München Forstwirtschaft, absolvierte seine Referendariatszeit und legte das Staatsexamen ab. Neben dem eigenen Wald, der seit vielen Generationen in der Hand der Familie Hohenlohe-Waldenburg ist, engagierte sich der Fürst auch im Ausland. Gemeinsam mit seinem Schwager kaufte er 1981 Wald in den Anden von Chile und bewirtschaftete diesen, bis er ihn an die nächste Generation weitergab. Noch bis vor wenigen Jahren flog er regelmäßig nach Südamerika.

Forstmann, Künstler und Historiker
Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg vor einem Porträt seines Urgroßvaters. In den 60er Jahren forcierte er gemeinsam mit seinem Vater den Wiederaufbau des ausgebrannten Schlosses in Waldenburg. Fotos: Archiv / Hartmut Müller, Matthias Stolla

Auch der Malerei hatte sich der Fürst verschrieben. Bei seinem Onkel, dem Maler Albrecht Fürst von Urach, erhielt er 1948 bis 1953 eine künstlerische Ausbildung und malte ein Leben lang in seiner Freizeit. In seinen künstlerischen Arbeiten waren der Wald und generell die Landschaft bevorzugte Themen. Besonders gern malte er im Hohenloher Land und in Burgund. Entstanden sind hunderte Kunstwerke, vor allem Aquarelle und Pastelle, die man bei Ausstellungen im In- und Ausland bewundern konnte.

Nach dem Abschluss seines Forst-Studiums forcierte Friedrich Karl in den 60er Jahren gemeinsam mit seinem Vater den Wiederaufbau des ausgebrannten Schlosses in Waldenburg. 1966 heiratete er in München Marie Gabrielle von Rantzau, mit der er im vergangenen Jahr goldene Hochzeit feierte. Nach der Hochzeit bezog das Paar das wiederaufgebaute Schloss, die Eltern von Fürst Friedrich Karl lebten bis zu ihrem Tod auf dem Hofgut Laurach.

Aus kleinem Betrieb wurde ein international tätiges Unternehmen

Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er im Jahr 1967 die Hohenloher Spezial-Maschinenbau GmbH (HSM) für die Entwicklung, den Vertrieb und den Kundendienst von Forstmaschinen. Aus einem kleinen Betrieb in Nebengebäuden des Schlosses wurde ein international tätiges Unternehmen mit Sitz in Neu-Kupfer.

Musik und Literatur spielte im Leben des Fürsten eine wichtige Rolle. Mit großem historischen Wissen veröffentlichte er zahlreiche Werke zu familien- und landesgeschichtlichen Themen. 1971 eröffnete er im Torhaus des Schlosses ein Siegel-Museum. Dort präsentierte er die Siegelabdrucksammlung seines Ur-Großvaters und eine Sammlung hohenlohischer Münzen und Medaillen.

In den letzten Jahren zog sich der Fürst immer mehr aus dem öffentlichen Leben zurück. Zu seinem Wald fuhr er jedoch noch regelmäßig und begleitete dessen Fortentwicklung.

 

Zur Person

Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg wurde am 19. Juni 1933 auf Schloss Waldenburg als ältestes von fünf Kindern geboren. Seine Eltern waren Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe Waldenburg und Mechthilde Fürstin zu Hohenlohe-Waldenburg. Seine Kindheit verlebte er bis Kriegsende in Waldenburg. In den letzten Kriegstagen wurde die Stadt zerstört, das Schloss brannte vollständig aus. Die Familie lebte einige Jahre auf der Laurach, einem Hofgut oberhalb des Neumühlsees.