Erdbeeren aus Hohenlohe: Endlich sind sie da

Region  Frost und Hagel machten den Landwirten in der Region zuletzt Sorgen. Bei den Erdbeeren hat sich die Ernte um rund zwei Wochen verschoben.

Von Yvonne Tscherwitschke

Schmecken die schon? Veronika Maier ist skeptisch. Sie darf probieren. Und kauft eine Schale. "Die sind ja wirklich schon richtig süß", lobt die Kundin und sucht 3,70 Euro in ihrer Geldbörse zusammen. Das erste Schälchen heimische Erdbeeren für dieses Jahr wandert in ihren Einkaufskorb.

Was sie damit macht? Kuchen? Dessert? "Die erste Schale wird auf jeden Fall so gegessen", freut sich die Kundin auf den Erdbeergeschmack. Auf Erdbeeren aus heimischem Anbau mussten die Hohenloher in diesem Jahr ein klein wenig länger warten. Der Frost habe die Kulturen empfindlich getroffen, erklärt Gerald Heinrich.

Ernte zwei Wochen später als üblich

Der 38-jährige Landwirt aus Unterohrn schätzt, dass die Ernte fast zwei Wochen später begonnen hat. Außerdem rechnet er mit fast 40 Prozent weniger Ertrag. Daran ist nicht nur der Frost schuld. Der Hagel vergangenen Samstag hat einige Äcker der 20 Hektar Erdbeerpflanzungen beschädigt. Vier Hektar haben Heinrichs im Folientunnel. Da ist nichts passiert. In dieser Woche hat der Landwirt das Vlies über den Erdbeerpflanzen entfernen und Stroh unter die Pflanzen legen lassen. "Jetzt darf nichts mehr passieren", hofft Heinrich auf frostfreie Nächte. "Denn durch das Stroh kann die Bodenwärme nicht mehr nach oben steigen."

Eine hübscher als die andere: Wohl hat der Frost die Beerenkulturen getroffen und die Ernte verzögert. Doch die Früchte, die geerntet werden können, sind schon sehr aromatisch. Fotos: Yvonne Tscherwitschke

Im Verkauf sind frühe Sorten wie Clery, dann kommen Darselect. Bis Mitte, Ende Juni werden die Erdbeeren an den Ständen an den Straßen und in den Hofläden verkauft. So auch bei Fischers auf dem Lindelberg. "Ja, es geht dieses Jahr später los", bestätigt Gudrun Fischer. Sie bekommt die Erdbeeren von Andreas Frank aus Gellmersbach. Auch dort hat der Frost große Schäden hinterlassen.

"Aber die Erdbeeren, die wir jetzt haben, die schmecken erstaunlich gut", freut sich Gudrun Fischer über die gebotene Qualität. Ihre Kunden kaufen die Beeren zum frisch essen. "Wir machen aber auch verschiedene Kuchen damit: gebackene Erdbeer-Streusel, mit Joghurt, und klassisch belegt", zählt sie die Köstlichkeiten auf.