Sternennacht zum Anfassen

Künzelsau  Künzelsau - Studenten der Reinhold-Würth-Hochschule präsentieren ihr Abschlussprojekt. Der Studiengang Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit-, Sportmanagement hat eine Medienkunst-Ausstellung organisiert.

Von Anna Franziska Schulze

Sternennacht zum Anfassen
Starry Night: Verena Heine kann durch Berühren das Bild verändern.

Künzelsau - Rythmische Töne erklingen in dem grünlich beleuchteten Foyer des D-Baus der Reinhold-Würth-Hochschule. Der Studiengang Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit-, Sportmanagement präsentiert sein Abschlussprojekt, in einer gut besuchten Vernissage.

19 Studenten haben unter der künstlerischen Leitung von Philipp Contag-Lada eine Medienkunstausstellung organisiert. Der Titel "mediarthek − kunst, die (sich) bewegt!" ist Programm: Ausgestellt wird keine statische Kunst zum Anschauen, sondern sich bewegende Objekte; manche kann und soll der Besucher anfassen.

Kunst zum Anfassen und Verändern

Petros Vrellis Werk "Starry Night" lädt die Besucher beispielsweise ein, Vincent Van Goghs "Sternennacht" aus dem Jahr 1889 neu zu entdecken. Durch Berührung eines Bildschirms empfindet der Besucher die Pinselstriche Van Goghs nach und kann sogar das Bild verändern. "Dafür musste ich sechs Monate lang das Bild dekonstruieren", sagt Vrellis, der sowohl Kunst als auch ein Elektrotechnik studiert hat.

Katrin Petroschkats Werk "Radio Graphit" könnte man auch als "Malen nach Tönen" bezeichnen. Obwohl die technische Umsetzung nicht ganz so anspruchsvoll ist, sind die Besucher sichtlich begeistert. Das Werk beruht auf einem einfachen Schaltkreis. Der Besucher schließt den Kreis mit Aufsetzen des Graphitstifts und erzeugt dabei einen Sinuston. Dabei wird der Besucher selbst zum Künstler.

Lernen durch die Praxis

Sternennacht zum Anfassen
Katrin Petroschkats Werk "Radio Graphit": Tobias Joneleit und Julian Freda "malen nach Tönen" und kreieren so ihr eigenes Kunstwerk bei der Medienkunstausstellung der Reinhold-Würth-Hochschule.Fotos: Anna Franziska Schulze
Ziel des Projekts war es, den Studenten Schwerpunkte des Kultur- und Freizeitmanagements näher zu bringen. "Die Theorie reicht oft nicht aus. Manche Dinge lernt man nur in der Praxis," erklärt Contag-Lada, der in enger Zusammenarbeit mit den Studenten das komplette Projekt geplant und organisiert hat.

Während des Projekts arbeiteten die Studenten in Gruppen zusammen: Projektleitung, Ausstellung, Vernissage, App/Imagefilm/Social Media und Katalog. Die Fallstudie brachte die Studenten auch manchmal um die eigene Freizeit. "Man kommt morgens um zehn und geht abends um zehn", erzählt Marianne Wolff, die am Katalog mitgearbeitet hat. Sie und ihre Gruppenkollegin Ramona Stieber erzählen, dass sie jetzt "top fit" auf dem Graphikprogramm Photoshop seien.

Ausstellung bis zum 30. Juni zu sehen

Die Ausstellung ist ein voller Erfolg. Das Künstlerduo "SandTogether" zog bei der Vernissage die Besucher in seinen Bann. Mit ihrem eigens dafür eingerichteten Sandlabor im Treppenhaus, schufen sie vor Ort sich verändernde Projektionen mithilfe von Sand. "Wir sind sehr zufrieden," strahlt Verena Heine von den Organisatoren.

Die Ausstellung läuft bis zum 30. Juni im Foyer des D-Baus der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau. Der Eintritt ist frei.