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Sonne satt zur Einweihung
Von unserem Redakteur Henry Doll
Krautheim - Es war knackig kalt, aber die Sonne schien. Kälte stört die 2160 Photovoltaikmodule offenbar nicht. Die Sonnenstrahlen am Freitag sorgten für volle Leistung. Die Stadt Krautheim und die EnBW Erneuerbare Energien weihten am Freitag offiziell den Solarpark zwischen Krautheim und Neunstetten ein. Rund eine Millionen Euro hat die EnBW, die das Grundstück am Rande einer ehemaligen Erd- und Bauschuttdeponie gepachtet hat, investiert. Der Betrieb, so erklärte Dirk Güsewell, kaufmännischer Geschäftsführer der EnBW Erneuerbare Energien, ist auf 25 Jahre angelegt.
Umgeplant
Während der nächsten zehn Jahre soll die Anlage noch wachsen, betonte Bürgermeister Andreas Köhler. Hierzu ist aber die Rekultivierung des ehemaligen Bauschuttgeländes erforderlich. Bei dem nun bebauten Gelände stellte sich dieses Problem nicht, es war landwirtschaftliche Nutzfläche.
Von der Ausweisung einer bedeutenden Photovoltaikfläche bis zur endgültigen Umsetzung der Pläne vergingen Jahre. Der eigentliche Bau ging dann überraschend schnell. Genau genommen dauerte es nur wenige Wochen. Während der Planungen hatten sich Probleme ergeben: So wurde festgestellt, dass sich die geschützte Zauneidechse auf dem Deponiegelände wohl fühlt. Bevor die Deponie anderweitig genutzt werden kann, muss ein Ersatzhabitat für die Eidechsen angelegt werden − in der Hoffnung, dass die Tiere nach ihrer Umsetzung mit dem neuen Gelände zufrieden sind.
Weit schwieriger dürfte laut Bürgermeister Andreas Köhler das Leitungsproblem zu lösen sein. Wie er am Rande der offiziellen Feierlichkeiten am Freitag sagte, hätte es derzeit gar keinen Sinn gemacht, den Solarpark Krautheim noch größer zu bauen. "Wenn erweitert werden soll, braucht man mehr Leitungsmöglichkeiten." Denn die Leitungen rund um Krautheim seien durch Windkraftanlagen belegt. "Wenn weitere Windkraftwerke bei uns entstehen, wir das der Knackpunkt", sagte Köhler.
140 Haushalte Der Bürgermeister sagte, die Leitungsproblematik sei erst während der Planungsphase aufgetaucht. Dass die Stadt einem Privatmann in Krautheim-Oberndorf den Bau einer großen Photovoltaikanlage untersagt hatte, habe "rein städtebauliche Gründe" gehabt, betonte er. Die Leitungsproblematik sei damals noch gar nicht bekannt gewesen.
Die jetzt eingeweihte Anlage leistet 507 Kilowatt. Der Solarpark wird jährlich mehr als eine halbe Million Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit können theoretisch 140 Haushalte oder 600 Menschen mit Strom versorgt werden. Der Ausstoß von 290 Tonnen Kohlendioxid wird vermieden. Die 2160 EGing-Photovoltaikmodule ruhen auf einer Fläche von 18 500 Quadratmetern auf Stahlträgern, die in den Boden eingerammt wurden. Die Einspeisung erfolgt über die Trafostation Eckigbreit. Die Planungen oblagen dem Ingenieurbüro IFK in Mosbach und dort vor allem dem aus Krautheim stammenden Jürgen Glaser. Kommentar Seite 33
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