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Kriminalstatistik 2009: Einbrüche, Betrug und Missbrauch steigen stark
Von Ralf Reichert
Hohenlohe - Kreditbetrug im Internet macht auch der Polizei im Hohenlohekreis immer mehr zu schaffen. Seien es Waren oder Leistungen, die bestellt, aber nicht bezahlt oder bezahlt, aber nicht geliefert wurden: Die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte ist gegenüber 2008 um satte 136 Fälle gestiegen. Das ist auch der Hauptgrund, warum die Gesamtzahl der Straftaten im Jahr 2009 um 1,9 Prozent zunahm: von 4561 auf 4648. Aber: Gemessen an der Kriminalitätsbelastung pro 100 000 Einwohner ist der Kreis einer der zehn sichersten in Baden-Württemberg.
In der Kriminalstatistik der Polizeidirektion Künzelsau, die das Geschehen im gesamten Hohenlohekreis erfasst, gibt es noch weitere interessante Details. So wurden Firmen und Wohnungen viel öfter als 2008 von Einbrechern heimgesucht. Allein zwischen Anfang September und Ende November drangen Unbekannte in 30 Unternehmen ein − dreimal so häufig wie im Vorjahr. Bei den Wohnungen wirkt der Anstieg um 40 Prozent noch bedrohlicher. Einen Schwerpunkt hat die Polizei nicht ausgemacht, auch eine bestimmte Tätergruppe kam nicht in Betracht. "Deshalb haben wir auch keine eigene Ermittlungsgruppe gebildet", sagt Polizeichef Richard Diesch. Reisende Diebesgruppen, organisierte Einbrecherbanden oder Gelegenheitstäter: Das ist die Klientel, nach der die Polizei fahndet. "Die meisten nehmen Schmuck, Geld, Handys oder Computer mit." Aber nur in jedem dritten Fall werden die Täter erwischt.
Sexueller Missbrauch
Gerade aufgrund der aktuellen Debatte ist bemerkenswert, dass im vergangenen Jahr 50 Prozent mehr Fälle von sexuellem Missbrauch angezeigt wurden. Die höchste prozentuale Steigerungsrate hat das Nachstellen (Stalking): 2007 waren vier Fälle aktenkundig, 2009 sind es 31. Nötigungen und Bedrohungen haben ebenfalls zugelegt. Dafür ist die Zahl der schweren und einfachen Körperverletzungen erneut gesunken. Straftaten gegen das Leben spielen in Hohenlohe kaum eine Rolle.
Auffällig ist der deutliche Rückgang bei den Rauschgiftdelikten. Dies ist zum Teil auch der polizeilichen Strategie geschuldet: Die konzentriert sich zunehmend auf den Handel und weniger auf die Konsumenten. "2009 haben wir zwölf Haftbefehle bewirkt, in diesem Jahr sind es auch schon wieder fünf."
Den Jungtätern widmet die Polizei seit Jahren besondere Aufmerksamkeit. Und die Arbeit lohnt sich. Seit 1995 waren noch nie so wenige Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren unter den Gesamt-Tatverdächtigen (242). Bei den Heranwachsenden zwischen 18 und 20 Jahren ist es mit 217 der zweitniedrigste Wert seit zehn Jahren. Nur die Kinder schlugen kräftig nach oben aus (von 126 auf 176). Sie sind vor allem für Ladendiebstähle und Sachbeschädigungen verantwortlich.
Hemmungslos
Auch wenn die Zahl der Gewaltdelikte im Trend sinkt: "Die Brutalität hat weiter zugenommen." Vor allem unter jungen Tätern. Diesch erinnert nur an den Überfall auf einen Behinderten in Krautheim. Selbst 13- bis 15-jährige Mädchen schreckten nicht mehr zurück, hemmungslos zuzuschlagen. So geschehen beim Öhringer Pferdemarkt. Ob Stadt oder Land: "Das macht in diesem Fall keinen Unterschied." Die spektakuläre Überfall-Serie auf Hohenloher Discounter im Herbst und Winter 2009 hält die Polizei weiter auf Trab. "Wir haben vielversprechende Hinweise", hofft Diesch auf baldige Aufklärung.
Polizeiticker
Neuenstein 15:17 Uhr
Künzelsau 08:20 Uhr
Auto schleudert gegen Geländer
Künzelsau 08:19 Uhr
Öhringen 12:19 Uhr
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