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Hohenloher Band Cruela de Vil spielt in Afghanistan und Usbekistan
Von unserem Redakteur Henry Doll
Künzelsau/Feyzabad - Die Hohenloher Rockband Cruela de Vil hat schon Auslandserfahrung. 2009 spielte die Band im Kosovo. Doch jetzt zog es sie in eine Region 5000 Kilometer von Deutschland entfernt. Im Lager Feyzabad im Nordosten Afghanistans, wo derzeit rund 300 deutsche Soldaten und Polizisten stationiert sind, treten sie im Truppenunterhaltungsprogramm auf. Sie sind, weil so eine Aktion überhaupt nicht anders machbar wäre, offizielle Gäste der Bundeswehr.
Das merkten sie schon bei der Anreise. Mit einem Airbus der Luftwaffe ging es nach Usbekistan zum Truppenumschlagsplatz Termiz. Von dort flogen sie weiter mit einer Transall nach Marsa i Sharif, von dort per Hubschrauber nach Feyzabad. "Ein unvergessliches Erlebnis", schwärmt der 21-jährige Christoph Müller. Der Musiker aus Gaisbach spielt bei Cruela de Vil Schlagzeug. Dass schon die Anreise unvergesslich bleiben wird, lag freilich auch daran, dass der Militärhubschrauber mit offenen Türen flog und während des Fluges grimmige minus 16 Grad herrschten.
Kontaktmann
Die Band setzt sich zusammen aus Sänger Michael Kern (Kupferzell), Gitarrist Thilo Ruck (Mulfingen), Keyboarder Christian Wick (Künzelsau), Florian Lipphardt am Bass (Stuttgart) und eben Trommler Christoph Müller aus Gaisbach. Sänger Michael ist Sohn von Gerhard Kern, der derzeit deutscher Militärpfarrer in Feyzabad ist. So war der erste Kontakt schnell geknüpft. Für den Pfarrer aus Kupferzell ist es besonders erfreulich, dass erstmals ein Band-Betreuungsbesuch in seinem Standort möglich wurde.
Ihre Instrumente haben die Musiker mitgebracht. Nur auf die Lichtanlage mussten sie verzichten, wegen des "begrenzten Kontingents". Am Dienstag vergangener Woche kam die Band in Feyzabad an. Das erste Konzert war, wie Christoph Müller in einem Telefonat mit der HZ schwärmt, ein riesiger Erfolg. Vor rund 250 Soldatinnen, Soldaten und Polizisten wurde eine Rockfete mit zeitlosen Titeln von Bon Jovi, Queen, Toto und Peter Maffay gefeiert. Alle im Feuerwehrzelt sangen mit, als "Über sieben Brücken" angestimmt wurde. "Unglaublich", nennt Christoph Müller diesen Moment. Eigenkompositionen der Band treten bei diesem Betreuungsbesuch eher in den Hintergrund. Dafür soll es musikalisch möglichst vielseitig werden. Es gab schon ein klassisches Konzert mit Thilo Ruck und Florian Lipphardt, geplant ist außerdem noch ein Unplugged-Konzert, also ein Konzert ohne elektronische Verstärkung.
Gespräche
Auf dem Rückweg soll auch in Kundus ein Konzert gegeben werden, außerdem im usbekischen Termiz. Am 15. Februar will die Band zurück in Deutschland sein. Aber alles planen lässt sich nicht, betont Schlagzeuger Christoph Müller, denn das Gelände ist schwer und das Wetter unsicher. Feyzabad ist nur von der Luft aus zu erreichen.
Für die Musiker ergeben sich derzeit viele Möglichkeiten zu Gesprächen mit den Soldaten und Polizisten. "Ich würde auf jeden Fall sagen, dass jeder von ihnen sich ganz bewusst dafür entschieden hat", fasst Christoph Müller seine Eindrücke zusammen. Er fühle auch einen gewissen den Stolz der Soldaten und Polizisten, weil sie in Afghanistan helfen können und einen wichtigen Job machen. Aber auch das gehört zu den Eindrücken in Afghanistan: "Unglaublich ist die Armut der Menschen. Kinder laufen in Sandalen im Schnee." Demgegenüber steht eine Landschaft, die den Hohenlohern täglich immer neu den Atem raubt: "Ich kann von mir sagen, das ich noch nie eine schönere Landschaft erlebt habe", zeigt sich Christoph Müller begeistert.
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