Erlebnisreise durch die Tanzmusik

Lehrerkonzert der städtischen Jugendmusikschule verzaubert

Von Claudia Burkert- Ankenbrand

Der Tango durfte bei der Reise durch die Tanzmusik nicht fehlen.Foto: Annette Wenk

Künzelsau - „Ein wenig schwindlig soll es ihnen schon werden“, meint Peter Fortmann. „Musik als Erlebnis zu hören“, lädt er ein. Tanzen habe auch immer etwas mit Zauber zu tun.

Thomas Ströbele unternimmt die ersten Schritte auf der Reise durch die Tanzmusik. Mit der „Een Courant“ von van Eyck erzählt seine Blockflöte von barocker Leidenschaft in Musik und Tanz. Die Musik strömt dahin, ausgewogen und harmonisch, beruhigend und entspannend. Ulrike Ströbele nimmt sich der Bachschen Solosuite in C-Dur BWV 1009 an. Ernst, Würde und Tiefe des Ausdrucks durchdringen die schön gestaltete Sarabande.

Jürgen Koch setzt sich mit seiner Interpretation der „Soirée de Vienne Nr. 6“ von jedem künstlich-romantisierenden Gestus ab. Er spielt die Liszt-Transkription und rückt dabei Schubert, dessen Ernst, Tiefe und Innigkeit klar in den Vordergrund. Er beherrscht die Kunst des dem Gesang nahe stehenden Legatospiels. Die „Faust-Phantasie“ erzählt vom Werben um Gretchen und deren naive Gottgläubigkeit. Nach einer langsamen Einleitung lassen Bernhard Beck auf der Querflöte und Andrea Absolon am Klavier die Funken im Dreivierteltakt fliegen. Dass Andrea Absolon sich bei den großen Gefühlen nicht in Spielereien verliert, lässt sie mit drei argentinischen Tänzen von Alberto Ginastera hören. Jeder Tanz ruft ein Bild der argentinischen Folklore hervor.

Andrea Absolon spielt mitreißend und gleichzeitig einfühlsam. Sie besitzt die Fähigkeit, faszinierende Welten sichtbar zu machen. Lateinamerikanisches Tanzmusik-Feeling beschert der Bossa Merengova, der in eine fröhlich überschäumende Salta mündet. Bernhard Beck spielt virtuos. Bei den rasanten Tempi ist er in seinem Element. Tango darf nicht fehlen. In der außergewöhnlichen Besetzung Blockflöte, Akkordeon und Violoncello zieht er die Konzerbesucher in seinen Bann.

Thomas Ströbele, Konrad Ostrowski und Ulrike Ströbele zeichnen ein faszinierendes Bild sich bei Kreuz- und Knickschritten wiegender Tangotänzer. „Auch klassische Tanzformen sind seine Vorlagen“, schlägt Peter Fortmann den Bogen zum Jazz. Uwe Saußele an der E-Gitarre, Marina Opitz am Bass, Bernhard Beck auf der Querflöte und Michael Roth an den Drums bringen ihn auf Touren. Augenzwinkernd bedankt sich Peter Fortmann nach dem jazzigen Kehraus, „dass trotz Tanzmusik alle schön sitzen geblieben sind“. Dass auch zum richtigen Zeitpunkt begeistert Schlussapplaus geklatscht wird, versteht sich.