Raumfahrer Gerst eröffnet Mars-Ausstellung

Künzelsau  Trotz strömendem Regen und kalten Temperaturen war der Andrang groß, als Alexander Gerst am Freitag die Mars-Ausstellung im Carmen-Würth-Forum eröffnete. Der Akt wurde von der Freiluftbühne in den Großen Saal verlegt, wo 1500 Besucher den Astronauten feierten.

Von Thomas Zimmermann

 

Alexander Gerst ist gut gelaunt. Vor allem die zahlreichen Kinder haben es ihm im Carmen-Würth-Forum angetan, die versuchen ein Autogramm zu erhaschen. „Was willst Du denn mal werden? fragt der Astronaut Marlene aus München. „Weiß ich noch nicht“, antwortet die Enkelin der Bundestagsabgeordneten Annette Sawade.

„Ich habe Dir etwas mitgebracht“, sagt Gerst wenig später zu Peter Schnorr aus Hohebach und überreicht ihm eine Stofftasche. Der Neunjährige hat das Treffen mit dem Astronauten bei der Sendung mit der Maus gewonnen. „Bei der Esa brauchen wir immer Ingenieure, Astronauten und Techniker“, gibt Gerst dem Jungen mit auf den Weg, der in blauer Astronautenuniform vor ihm steht.

Große Bühne

Draußen vor dem Forum hat es gerade Mal 14 Grad und es regnet Bindfäden. „Der Mars hätte sich gefreut über so viel Feuchtigkeit. Es ist toll, dass trotzdem so viele Menschen gekommen sind“, begrüßt Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung der Adolf Würth GmbH, die Gäste.

Die große Bühne auf dem Freigelände vor dem Forum bleibt aber verwaist. Die offizielle Eröffnung der Ausstellung „Das neue Bild vom Nachbarn Mars“ hat man kurzerhand ins Warme verlegt. Der Saal des Carmen-Würth-Forum ist proppenvoll, auch auf den Emporen stehen die Menschen dichtgedrängt.

„Wir können noch froh sein, auf dem Mars haben wir minus 90 Grad und kein Wasser“, scherzt Professor Ralf Jaumann. Der Planetengeologe und Marsexperte hat die faszinierende Ausstellung, die noch bis zum 27. August im Carmen-Würth-Forum zu sehen ist, mitgestaltet. „Ab jetzt wird alles gut“, betont der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann.

Hartes Training für Gerst

Für Alexander Gerst ist es der letzte offizielle Besuch in seiner Heimat vor dem geplanten Start der neuen Weltraummission im Mai 2018. Eine willkommene Abwechslung vom harten Training, das er derzeit in Köln, Houston und Baikonur absolviert.

Höhenflug zum Mars
Die Ausstellung "Das neue Bild vom Nachbarn Mars" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) verspricht eindrucksvolle 3-D-Fotos.Fotos: privat

„Da ich diesmal Kommandeur der Mission und auch Co-Pilot bin, muss ich das Fliegen aus dem Effeff lernen. Zur Grundausbildung gehört es auch, Wunden zu vernähen und Zähne zu ziehen“, schildert Alexander Gerst den erstaunten Besuchern. „Deshalb geht die Zeit aber auch Ruckzuck rum“, so der Astronaut, auf den auch der Mars eine starke Anziehungskraft ausübt. „Ich würde mich freuen, wenn ich noch dahinfliegen könnte“, betont Gerst im Interview.

Riesig gefreut hat sich auch Franziska Eckert aus Renningen-Malmsheim, die mit ihrem Opa da ist. Sie hat als letzte ein Autogramm mit Widmung von Alexander Gerst bekommen. „Ich fands total cool und er war sehr locker“, lautet ihr Fazit. 

2014 arbeitete Gerst bereits ein halbes Jahr lang auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde.

 

Mars-Ausstellung im Carmen-Würth-Forum

Die Mars-Ausstellung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt unter anderem 3D-Fotos der Oberfläche des Roten Planeten. Sie wurden von einer DLR-Hochleistungskamera an Bord der Sonde Mars-Express aufgenommen.  Besucher erhalten für den Gang durch die Ausstellung spezielle Brillen. Die Ausstellung war bereits in New York, Japan, Kanada, Israel, Österreich und Südostasien zu sehen.