Herz für die Heimatgemeinde

Dörzbach  Dörzbach - Rund ums Rathaus ist alles neu: Die alten Hallen sind einem modernen Bau mit Glasfronten gewichen, der Rathausvorplatz erstrahlt in neuem Glanz: Nach 20 Jahren ist die Sanierung im Zentrum der kleinen Jagsttalgemeinde abgeschlossen.

Von unserer Redakteurin Stefanie Jani

Herz für die Heimatgemeinde

Die Mitglieder des Chorpunkts waren unter den wenigen, die das Lied schon vor seiner Premiere in Dörzbach zu Ohren bekamen. Auch Bürgermeister Willi Schmitt (links hinten) gesellte sich dazu.

Fotos: Stefanie Jani

 Jani

Dörzbach - Rund ums Rathaus ist alles neu: Die alten Hallen sind einem modernen Bau mit Glasfronten gewichen, der Rathausvorplatz erstrahlt in neuem Glanz: Nach 20 Jahren ist die Sanierung im Zentrum der kleinen Jagsttalgemeinde abgeschlossen. Klar, dass das gefeiert werden musste − gleichzeitig bot das Fest Gelegenheit für eine ganz besondere Premiere: Dem Dörzbach Lied.

Braucht eine so kleine Gemeinde wirklich ein eigenes Lied? Der Dörzbacher Bürgermeister Willi Schmitt meint mit einem breiten Grinsen: "Das ist genauso wie mit einem Logo. Vor 20 Jahren waren wir die ersten, heute hat jede Gemeinde eins." Lieder gibt es derzeit noch nicht viele. Nur der Ortsteil Hohebach hat eins.

Unterschlupf

Ein Ort zum Feiern ist der neue Rathausplatz zu seinem großen Fest indes nicht. Es regnet in Strömen. Zum Glück gibt es die Kirche, die den neugierigen Besuchern einen warmen Unterschlupf gibt. Dort wärmt sich Komponist Günther Kasseckert die Hände, bevor er sein Lied das erste Mal auf dem Klavier anstimmt. Obwohl der passionierte Hobby-Musiker schon zahlreiche Stücke geschrieben hat, ein Lied, das für so viele Menschen ein Stück Heimat werden soll, ist auch für den Psychologen aus Orendellsall eine ganz neue Erfahrung. Mit großen Augen blickt der 55-Jährige in die Menge. "Jung sein, alt sein, Mensch sein − hier wird man noch erkannt", singt der Chorpunkt Dörzbach den Text, den Jo Kasseckert geschrieben hat. Doro Frank singt die Solostimme und Rick von Bracken spielt am Saxofon. Das Dörzbach Lied ist kein Volkslied, wie es vielleicht in einem Heimatbuch zu finden wäre und überzeugt die Premierengäste mit musikalischer Finesse von Saxofon, Klavier und Gesangkunst. Emotion und Identität gespickt mit Geschichte: Die Ziele hat sich Kasseckert gesetzt. Die Premiere ist geglückt, doch das ist erst ein Schritt, meint der Bürgermeister. Es seien die Menschen, die einem Lied und auch der Gemeinde Leben einhauchten.

Rückblick

Dass die Bürger nun auch den schmucken Rathausplatz mit Leben füllen, darauf ist er besonders stolz. Der Feier ging ein langer Weg voraus. Schon Ende der 90er war klar: Das Rathaus ist alt und muss neu gebaut. werden. Ein Neubau muss her, so hieß es zumindest am Anfang. Dass das alte Rathaus im Kern nun doch geblieben ist, sei eine gute Entscheidung gewesen, betont Schmitt: "Wenn jetzt jemand nach 20 Jahren wieder nach Dörzbach kommt, erkennt er seine Heimat noch. Das ist in anderen Orten nicht immer der Fall."

Die finanzschwache Jagsttalgemeinde musste kräftig in den Sparstrumpf greifen − und warten. Erst ein Zuschuss half beim Baustart. Für 2,7 Millionen Euro ist das Rathaus nun in Schuss, die Außenanlage hat noch einmal 400?000 Euro gekostet. Und auch hier haben die Bauherren viel Liebe zum Detail bewiesen. 47 gelaserte Stahlplatten lockern das Pflaster auf. Dort steht, welche Berufe es 1850 in Dörzbach gab − damit die Vergangenheit auch hier nicht vergessen wird.

Herz für die Heimatgemeinde

Komponist Günther Kasseckert am Klavier, Doro Frank singt.

 Jani
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Modern mit viel Glas, so zeigt sich das Rathaus.

Foto: privat