Gute Laune trotz mäßigem Wetter beim Gassenfest

Eberbach  Dem größten Straßenfest Hohenlohes kann auch der Regen die Stimmung nicht vermiesen. Spätestens zur Malleparty füllt sich der Biergarten.

Von Thomas Zimmermann

"Drei Tage nass in Eberbach“, witzelt ein Besucher am Samstagabend beim 25. Gassenfest in Anlehnung an das offizielle Motto: „Drei Tage wach in Eberbach“. Gegen 20.45 Uhr hat es erneut zu nieseln begonnen. Schon am Freitag hatten Regen und kühle Temperaturen für sorgenvolle Mienen bei den Organisatoren gesorgt.

Dennoch war der Besucherzuspruch zum Auftakt der Kultveranstaltung mit rund 2300 Musikfans erstaunlich gut. „Das Gassenfest kann auch Regen“, freut sich der Erste Vorsitzende der Hüttenfreunde, Rainer Baumann. Jahrelang hatte das größte Musikfestival Hohenlohes Glück mit dem Wetter gehabt.

Rasch hatten die rund 300 Helfer am Freitagabend vor den verschiedenen Bühnen einige Zelte und Planen aufgebaut, die vor dem Regen schützen sollten. Ab 22 Uhr hatte der Wettergott dann ein Einsehen. Der Regen hörte auf und als die „Malleparty“ begann, war der Biergarten voll. „Keine Ahnung, wo die Leute plötzlich alle hergekommen sind, aber sie waren da“, wundert sich Markus Martin, der die Party organisiert. 

„Die Busse sind voll“, atmet Rainer Baumann am Samstag gegen 20 Uhr auf. Auch die Gassen und Plätze vor den Bühnen füllen sich langsam. Ute Autenrieth aus Gerabronn ist eine, die mit der Kulturkutsche gekommen ist, wie die Pendelbusse in Eberbach heißen. „Wir lassen uns treiben und bleiben stehen, wo es uns gefällt“, lautet ihr Motto für den Abend. Das Wetter stört sie und ihre Freundin wenig. 

„Bei uns heißt es diesmal nur zwei Tage wach in Eberbach“, sagt Albert Pfänder lächelnd. Der 57-Jährige aus Rot am See ist mit seiner Frau Christel mit dem Wohnmobil da. „Wir sind regelmäßig hier und genießen die besondere Atmosphäre und die tolle Musik“, betont Pfänder. „Die geben sich wahnsinnig viel Mühe“, ergänzt seine Frau. 

Der Sonntag entschädigt die vielen Helfer dann endgültig für ihre Mühen. „Hier ist ein Bombenwetter, ich brauche jetzt T-Shirt und kurze Hose“, scherzt Simon Wieland. Jedenfalls scheint am Nachmittag die Sonne und lockt viele Musikfans an. „Das Feedback, das wir auf die Bands bekommen haben, ist super“, so Wieland. Das freut den Zuständigen für das Musikprogramm ganz besonders. 

„Wir schätzen, dass am Sonntag rund 6.000 Menschen da waren. Damit sind wir hochzufrieden“, zieht Rainer Baumann Bilanz. Insgesamt werden nach drei Tagen über 12.000 Menschen gezählt. Der Einsatz hat sich wieder Mal gelohnt. Auch sein zweijähriger Sohn ist bereits vom Gassenfest-Virus befallen. „In Eberbach drei Tage wach, yeah“ singt Jaron textsicher die Gassenfest-Hymne. Spätestens jetzt spielt das Wetter keine Rolle mehr.