Der Krautheimer Bürgermeister hat noch einiges vor

Krautheim  Am 19. November wählt die Jagsttalgemeinde einen neuen Bürgermeister. Amtsinhaber Andreas Köhler möchte weitermachen und kandidiert zum dritten Mal.

Von Christoph Feil

Krautheim: Der Amtsinhaber hat noch einiges vor
Sollte Andreas Köhler die Krautheimer Bürgermeisterwahl nochmals gewinnen, möchte der 58-Jährige die Dorfflurbereinigung in Gommersdorf vorantreiben. Foto: Christoph Feil

Ein ungeduldiger Mensch sei er nicht, sagt Andreas Köhler über sich selbst. Die kommunalpolitischen Mühlen, die manchmal sehr langsam mahlen, haben den Krautheimer Bürgermeister trotzdem geprägt. "Man lernt die Demut vor der Zeit", erklärt der 58-Jährige, der seit 16 Jahren die Geschicke der Jagsttalgemeinde lenkt - und dabei erlebte, dass manche Projekte eben lange brauchen, bis sie umgesetzt werden können.

"Wir haben einiges wieder angeleiert, das noch in die Zukunft reicht", zieht Köhler am Ende seiner zweiten Amtszeit nun Bilanz. Weil er diese Aufgaben abarbeiten möchte, kandidiert der Ingelfinger ein drittes Mal. Gleich am ersten Tag der Bewerbungsfrist im August hat er seine Unterlagen eingereicht, nachdem er bereits im März im Gemeinderat seinen Entschluss verkündet hatte.

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Lange To-do-Liste des Bürgermeisters für Krautheim

Zwei Großprojekte stehen auf seiner To-do-Liste ganz oben: Da ist zum einen der Ausbau des Glasfasernetzes mit entsprechender DSL-Leistung. "Eine gute flächendeckende Breitbandversorgung ist wichtig für uns hier auf dem Land", findet Köhler - auch um hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Allein zwei Jahre habe hier das Ausschreibungsverfahren gedauert.

Und dann steht da noch die Dorfflurbereinigung in Gommersdorf an. Eine städtebauliche Erneuerung des Ortskerns, bei der die Haupt- und Rathausstraße saniert und zentrale Plätze geschaffen werden sollen, damit sich dort die Bürger treffen können.

Keine einfache Zeit

Gleichwohl: Einfach wird die kommende Zeit für die finanzschwache Gemeinde nicht. "Wir wissen, dass wir nächstes Jahr relativ wenig Gewerbesteuer einnehmen werden. Dieses Jahr mussten wir bereits 910.000 Euro Gewerbesteuer zurückzahlen. Das tut uns weh und schmeißt die gesamte Haushaltsplanung über Bord", erklärt Köhler. Dabei ist gerade eine vorausschauende Planung in seinen Augen das A und O, um mit einer schwierigen Finanzlage fertigzuwerden.

Gelernt hat der Ingelfinger sein Handwerk zunächst während seiner Ausbildung zum gehobenen Verwaltungsdienst. Danach folgte ein halbes Jahr in Öhringen, wo er als Angestellter auf Zeit für die Umsetzung des Kleinbautenerlasses zuständig war. Anschließend verschlug es den heute 58-Jährigen nach Isny im Allgäu. "Dort habe ich auch Baurecht gemacht", erinnert sich der Bürgermeisterkandidat.

Über Öhringen und Isny nach Krautheim

Als Oberinspektor wechselte er vier Jahre später nach Dettingen/Erms, wo er insgesamt elf Jahre blieb - bis er sich 2001 um den Posten des Rathauschefs in Krautheim bewarb und mit 63,9 Prozent gegen den damaligen Amtsinhaber Richard Glaser durchsetzte.

Seit 2002 ist Köhler Mitglied der CDU. Dennoch hat er sich über die Eingangstür in sein Amtszimmer im Krautheimer Rathaus ein Zitat von SPD-Politiker Sigmar Gabriel gehängt. "Die Summe der Einzelinteressen ist nicht das Gemeinwohl", ist dort zu lesen.

Gabriels Spruch über der Tür

Wie das zusammengeht? "Der Spruch sagt vieles aus", erklärt Köhler. Den habe er dort angebracht, als im Gemeinderat das Thema Windkraft diskutiert wurde. Ebenfalls ein Projekt, das er noch gerne umsetzten möchte - wenn auch in kleinerem Umfang, als ursprünglich geplant.

Köhler: "Wir wollen weiterhin Windkraft in unserem eigenen Wald." Apropos Wald: Dorthin zieht es ihn immer wieder, wenn er Erholung und Entspannung sucht. Denn die Natur hat es Köhler angetan. "Sofern es die Zeit zulässt", geht Krautheims Stadtchef auf die Jagd.

 

Zur Person

Andreas Köhler wurde am 6. Juli 1959 geboren. Der gelernte Verwaltungsfachmann ist verheiratet und Vater von vier Kindern – zwei Töchtern und zwei Söhnen. Köhler stammt aus Ingelfingen, wo er im Teilort Diebach mit seiner Familie lebt. 2001 gewann er die Bürgermeisterwahl in Krautheim. Seit 2004 sitzt Köhler im Kreistag.