51,5 Millionen Euro für Hohenloher Krankenhaus

Hohenlohekreis  Das Hohenloher Krankenhaus erhält viel Geld aus dem Krankenhausstrukturfonds des Landes Baden-Württemberg. Jetzt muss der Kreistag am 1. Juni entscheiden, wie es weiter gehen soll mit den Kliniken in Künzelsau und Öhringen.

Von Barbara Griesinger und Daniel Stahl

Für das Hohenloher Krankenhaus sollen laut einer Pressemitteilung vom Sozialministerium Baden-Württemberg und dem Landratsamt Hohenlohekreis 51,5 Millionen Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds bereit gestellt werden. Landrat Matthias Neth ist mit Fördermitteln in dieser Höhe „durchaus zufrieden“. 

Am 1. Juni soll nun der Hohenloher Kreistag in einer Sondersitzung entscheiden, ob er die Fördermittel annimmt. Dann soll auch klar werden, ob es bei dem Umstrukturierungskonzept für das Hohenloher Krankenhaus bleibt, das der Kreistag am 30. September 2016 auf den Weg gebracht hat. Danach ist vorgesehen, die akutstationäre Versorgung in einem Klinikneubau in Öhringen zu zentralisieren und den Klinikstandort Künzelsau umzuwandeln in ein nach wie vor nicht näher umrissenes Medizin-Zentrum.

Minister: Krankenhausstruktur zukunftsfähig machen

Hohenloher Krankenhaus
Wie geht es weiter mit dem Hohenloher Krankenhaus? Foto: Archiv/Ralf Reichert

Die Fördersumme hat am Donnerstag das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg bekannt gegeben. Die Entscheidung habe das Ministerium getroffen nach einer "hat nach einem von allen Seiten konstruktiv geführten Fördergespräch" mit dem Hohenloher Krankenhaus.

„Der Landkreis Hohenlohe erhält mit dieser Förderung die einmalige Möglichkeit, seine Krankenhausstruktur zukunftsfähig zu machen und seinen Bürgern eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte medizinische Versorgung zur Verfügung zu stellen“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha laut Pressemitteilung.

Für das Land Baden- Württemberg sei die Strukturmaßnahme der Hohenloher Krankenhaus gGmbH ein Vorzeigeprojekt. "Auch der Standort Künzelsau wird durch die geplanten Umstrukturierungen das passende medizinische Angebot erhalten, um in der Zukunft gut aufgestellt zu sein“, so der Minister.

Wie geht es weiter mit dem Künzelsauer Krankenhaus?

„Klar ist, dass wir für den Standort Künzelsau die bestmögliche Lösung finden müssen. Dafür befinden wir uns gemeinsam mit der Stadt Künzelsau in einem Prozess, der sich mit der möglichen Ausgestaltung in Künzelsau beschäftigt“, sagte Landrat Matthias Neth laut Pressemitteilung. Für eine Stellungnahme war er bisher nicht zu erreichen.

Jürgen Schopf, Geschäftsführer der Hohenloher Krankenhaus gGmbH, sagte zur Lage des Künzelsauer Krankenhauses: „Vorgaben zur Struktur- und Prozessqualität und vorgeschriebene Mindestmengen können kleinere Kliniken zunehmend nicht erfüllen. Damit wird deren Leistungsspektrum immer mehr reduziert. Dies führt zu sinkenden Patientenzahlen und nicht auskömmlichen Erlösen.“ Was das konkret bedeutet, muss jetzt der Kreistag beschließen.

Radiologie könnte zusätzlich gefördert werden

Das Geld für das Hohenloher Krankenhaus stammt aus dem Krankenhausstrukturfonds. Der Hohenlohekreis hatte beim Sozialministerium Förderung für Kosten von 97,4 Millionen Euro beantragt. Nach Prüfung durch das Land sind davon insgesamt 51,5 Millionen Euro förderfähig.

Sollte die Radiologie in Hohenlohe zukünftig als Hauptabteilung betrieben werden, wurde eine Förderung hierfür außerhalb des Krankenhausstrukturfonds in Höhe von rund 2 Millionen Euro in Aussicht gestellt, heißt es vom Sozialministerium.