Einblicke in eine fremde Welt

Hohenlohe  Das Zeitungsmaskottchen Paula Print der Hohenloher Zeitung lernte Straßenkinder in Kenia kennen. Zwei Monate lebte die Ente in Nairobi.

Einblicke in eine fremde Welt
Paula Print verbrachte zwei Monate in Kenia. In der Hauptstadt Nairobi traf sie auf Kinder aus den Slums.Foto: privat

Noch immer kann es Paula kaum fassen, wo sie diesmal gelandet ist. Simone Kniehl aus Öhringen hat die kleine Ente Mitte Mai für zwei Monate mit nach Nairobi genommen. Dort angekommen, ging es direkt zum Straßenkinderprojekt Madodo im Mathare Slum, mit über einer halben Million Einwohner der zweitgrößte Slum der Hauptstadt Kenias. Was sich dort abspielt, muss man mit eigenen Augen gesehen haben. Hier leben Menschen auf engstem Raum meist in Wellblechhütten ohne Wasser und mit illegal abgezapftem Strom. Die Toilette wird mit über 100 anderen Menschen geteilt. Um die Häuser und in den Gassen türmt sich der Müll. Hier sieht man nicht selten Jungs, die darin wühlen und sich mit dem Verkauf von Metall und Plastik ihr Leben auf der Straße finanzieren.

Chance

15 dieser Jungs, im Alter von sieben bis 16 Jahren, durfte Paula kennenlernen. Sie waren von den Mitarbeitern des St. Benedicts Children Center Anfang des Jahres in den Gassen aufgespürt worden. Im Projekt erhalten sie die Chance einer Rückführung zu ihren Familien oder Verwandten und eine Heranführung an die Schule. Diese haben die Straßenkinder abgebrochen oder noch nie besucht.

Während der Rehabilitationszeit von acht bis zwölf Monaten lernen die Jungs Alltagsstrukturen und soziale Kompetenzen. Das geschieht im Unterricht genauso wie durch das wöchentliche Fußballspiel, Wäsche waschen, Ausflüge außerhalb von Mathare oder Gartenarbeit. In den beiden letzten Monaten wurden diese Aktivitäten durch regelmäßige Zauberworkshops ergänzt. Unterstützt wird das kenianische Team seit Februar von der Hohenloher Praktikantin Sarah Schulz.

Paula wollte mehr über das Leben in Mathare erfahren und so begleitete sie die Jungs bei all ihren Aktivitäten und ging auf Entdeckungstour durch deren Welt. Nach einem Rundgang durch Mathare beschrieb einer der Jungs sein Leben so: "Das Schlimmste in meinem Leben war, dass wir nach Nairobi gezogen sind und im Slum landeten. Das Beste ist, dass ich nun hier sein darf. Ich bekomme etwas zu essen, habe gelernt, dass es Menschen gibt, denen ich vertrauen kann und ich habe Schuhe bekommen."

Paula hat noch viele weitere interessante Menschen getroffen. Zum Beispiel einen jungen Erwachsenen, der in den Semesterferien nach Mathare kommt, als Vorbild dient und das Team unterstützt. Auch er war von seinem elften bis zwölften Lebensjahr ein Straßenkind. Heute studiert er Pharmazie. Die Gründe, warum er auf der Straße gelandet ist, erzählt er Paula gerne: Trennung der Eltern, Alkoholprobleme der Mutter und chronische Armut. Doch dank Madodo hat sich sein Leben geändert.

Natur

An den Wochenenden durfte Paula die landschaftlich wunderschöne und kulturell sehr interessante Seite Kenias sehen. Am liebsten hätte sie sich in die Fluten der Fourteen Falls gestürzt oder wäre mit den Nilpferden im Lake Naivasha um die Wette geschwommen. Die Tiere auf der Radsafari durch den Hell‘s Gate National Park hat sie nur aus der Ferne beobachtet. Am Traumstrand von Watamu wäre sie gerne für immer geblieben. red

Mehr Infos über das Projekt Madodo der Kinderinitative Kenia findet man vom 30. Juli bis 6. August am Stand am Laga-Eingang bei der katholischen Kirche am Cappelrain. Kontakt: www.kik-kenia.de.