Kreistag leitet das Aus der Künzelsauer Klinik ein

Hohenlohe  Der Hohenloher Kreistag bereitet die Annahme von Fördermitteln aus den Krankenhaus-Strukturfonds vor. Eine Zukunftslösung für Künzelsau ist nicht in Sicht.

Von Barbara Griesinger

Für diese Woche hatte der Hohenloher Kreistag die Annahme von 51,5 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Krankenhausstrukturfonds vertagt. Damit hat der Rat auch eine klare Entscheidung über die Zukunft des Hohenloher Krankenhauses von der Tagesordnung genommen. Der Grund: Der Kreistag wollte rechtliche Risiken vermeiden, weil die Sitzungsunterlagen sehr spät bei einigen Kreisträten angekommen waren.

Trotzdem zeichnet sich deutlich ab: Am 9. Juni wird der Kreistag bei seiner nächsten Sitzung in Krautheim diese Fördermittel für den Öhringer Klinikneubau annehmen.

Damit wird das Aus der stationären Versorgung von Kranken in Künzelsau eingeläutet, ohne dass klar ist, welche Angebote zur Gesundheitsversorgung in Künzelsau stattdessen geschaffen werden. Die angestrebte Lösung Künzelsau mit 30 akutstationären Betten  zur Notfallversorgung und für Operationen der Künzelsauer Belegärzte als Außenstelle des Öhringer Krankenhauses zu erhalten, will das Sozialministerium in Stuttgart nicht mittragen und ist damit vom Tisch.

Dilemma für Künzelsaus  Bürgermeister 

Ein Dilemma für Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann. Zumal der Schweizer Krankenhausbetreiber Ameos, der einen Erhalt beider Klinikstandorte für möglich hält, damit ausgehebelt wird, bevor er ein detailliertes Angebot vorlegen kann. Folglich kündigte Neumann an, am 9. Juni die Annahme der Fördermittel abzulehnen und forderte auch Kreistagskollegen aus  dem Bereich Künzelsau auf, seinem Beispiel zu folgen. 

Die Suche nach einem neuen Hauptgesellschafter fürs Hohenloher Krankenhaus wird sich voraussichtlich bis Ende des Jahres hinziehen. Wie das Markterkundungsverfahren ablaufen kann, erklärte Rechtsanwalt Bernhard Lambrecht aus München den Kreisräten.

Um keinen der potenziellen Bieter zu bevor- oder zu benachteiligen, ist während des Verfahrens absolute Vertraulichkeit wichtig. Welche Möglichkeiten die Bieter für den Standort sehen, ist in den sechs bis neun Monaten des Markterkundungsverfahrens der Öffentlichkeit damit nicht zugänglich zu machen.