Jagstunglück: Angler einigen sich auf Entschädigung

Kirchberg  Nach einem Jahr Rechtsstreit haben sich der Mühlenbetreiber und die Stadt Kirchberg mit den Anglern auf eine Entschädigung geeinigt. Angelvereine, Fischereiberechtigte und Fischereiverpächter erhalten für die beim Jagstunglück entstandenen Schäden 230 000 Euro.

Von Thomas Zimmermann

Giftiges Löschwasser hatte bei Kirchberg ein großes Fischsterben in der Jagst ausgelöst. Foto: Uwe Anspach

Das Landgerichtes Ellwangen hat im Streit um die Kosten für das Jagstunglück ein erstes Urteil gefällt. „Der Rechtsstreit wurde nun durch einen gerichtlichen Vergleich beigelegt. Der Eigentümer des ehemaligen Mühlengeländes zahlt an die Fischereiberechtigten 200.000 Euro, die Stadt Kirchberg weitere 30.000 Euro“, heißt es in dem Urteil.

Insgesamt 22 Angelvereine, Fischereiberechtigte und Fischverpächter hatten vor mehr als einem Jahr auf Schadenersatz geklagt. Nach dem großen Fischsterben in der Jagst, das durch kontaminiertes Löschwasser, das nach einem Brand in der Lobenhauser Mühle in der Nacht vom 22. auf den 23. August 2015 in die Jagst gelangte, forderten die Angler 660.000 Euro Schadenersatz. Entlang der Jagst war vom Unglücksort bis Bächlingen ein Großteil des Fischbestands verendet.

Rückblick: So verlief die Jagstkatastrophe im August 2015

Auch im Hohenlohekreis gab es erhebliche Schäden. Hier gelang es jedoch mit vereinten Kräften den größten Teil der Fische zu retten. Den reine Fischschaden bezifferten die Fischereivereine auf rund 450.000 Euro. Die Stadt Kirchberg trat dem Streit als Träger der Feuerwehr bei, deren Kommandant leitete den Einsatz. Der Angelsportvereins Jagst in Langenburg und der Fischereiverein Kirchberg hatte am meisten unter der Jagstkatastrophe gelitten. Rund die Hälfte der 21 Tonnen toter Fische fiel in das Einzugsgebiet der Kirchberger.

Noch sind Gerichtsverfahren zum Jagst-Unglück offen

In einem zweiten Rechtsstreit ermittelt die Staatsanwaltschaft Ellwangen gegen einen damals 21-Jährigen wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. Zudem laufen gegen den Mühlenbetreiber Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Gewässerverunreinigung sowie Bodenverunreinigung.

Noch offen sind auch die Rechnungen in Höhe von 2,6 Millionen Euro, die die Landkreise Schwäbisch Hall und Heilbronn sowie der Hohenlohekreis für ihren Rettungseinsatz an der Jagst beim Land eingereicht haben. Derzeit laufen außergerichtliche Vergleichsverhandlungen unter Beteiligung der Versicherung des Mühlenbetreibers.

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