Telemedizin ist kein Allheilmittel gegen den Ärztemangel

Künzelsau  Es gibt immer weniger Ärzte, speziell im ländlichen Raum. Dafür gibt es auch dort immer mehr ältere Menschen, die Ärzte dringend brauchen. Kann Telemedizin die Lösung dieses Problems bringen? Um diese Frage drehte sich das HZ-Seniorenforum am Freitagabend.

Von Barbara Griesinger

 

HZ-Reaktionsleiter Ralf Reichert diskutierte diese Frage mit sechs Experten: dem Künzelsauer Kardiologen Prof. Dr. Christoph Karle, Dr. Thomas M. Helms, Vorstandsvorsitzender der deutschen Stiftung für chronisch Kranke und Projektleiter Telemedizin in Rheinland-Pfalz, Dr. Antje Haack-Erdmann, Leiterin des Gesundheitsamts im Hohenlohekreis, Dr. Wolfgang Jörger, dem Künzelsauer Internisten und Chefarzt a.D. Dr. Wolfgang Jörger und Anna Nimako vom Institut für Arbeit und Technik.

Knapp 100 Zuhörer verfolgten die Podiumsdiskussion, die zu Beginn des Forums mehrheitlich nur wenig mit dem Begriff Telemedizin anzufangen wussten, doch offen für Neues waren. Am Ende des Forums waren rund zwei Drittel der Zuhörer in ihren Hoffnungen auf Telemedizin bestärkt, ein gutes Drittel hatte deutlich weniger Vorbehalte als zu Beginn des Abends.

Unverzichtbar

Telemedizin ermöglicht nicht nur Ärzten, über weite Strecken mit spezialisierten Kollegen zu kommunizieren und deren Meinung für Diagnose und Therapien in konkreten Einzelfällen einzuholen und Kranken lange Wege ersparen. Telemedizin macht es zudem möglich, Patienten auch ohne direkten persönlichen Arztkontakt mit technischen Mitteln zu überwachen und zu behandeln. Vor allem für chronisch Kranke, und darunter speziell Herzpatienten, kann das große Vorteile haben und sogar Leben retten. Sie unterstützt also die Patientenversorgung ist damit unverzichtbar.

Eines machten die Ärzte auf dem Podium indes schnell klar: Ein Allheilmittel gegen den Ärztemangel auf dem Land ist die Telemedizin nicht. Der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt lässt sich durch Telemedizin nicht ersetzen.