Rekordbeteiligung bei der vierten Krankenhausdemo

Künzelsau  Die Künzelsauer lassen nicht locker. Zum vierten Mal in Folge demonstrieren die Bürger für den Erhalt ihres Krankenhauses.

Von Thomas Zimmermann

Und  die Zahl der Protestierer war an diesem Mittwoch so hoch wie nie zuvor. Nachdem Bürgermeister Stefan Neumann in einem offenen Brief in der vergangenen Woche dazu aufgerufen hatte „Stellung zu beziehen und zur Demo zu erscheinen“, waren über 500 Menschen dem Aufruf gefolgt.

Am vergangenen Mittwoch war Neumann  von den rund 300 Demonstranten noch ausgepfiffen worden, als er versucht hatte, sein Verhalten bei der entscheidenden Kreistagsitzung am 30. September zu rechtfertigen. Diesmal empfingen die Demonstranten ihren Bürgermeister, der sich der Protestbewegung anschloss, mit Beifall. „Viele können viel bewegen, gegen Toth und für das Leben“, rief Rednerin Gudrun Schickert zum Auftakt der Kundgebung der Menge zu. Dr. Andor Toth ist Geschäftsführer der Hohenloher Krankenhaus GmbH.

Der Kreistag des Hohenlohekreises hatte am 30. September zugestimmt, das Künzelsauer Krankenhaus in seiner jetzigen Form zugunsten eines Neubaus in Öhringen zu schließen, gleichzeitig aber den Landrat aufzufordern, Gespräche mit möglichen anderen Kooperationspartnern zu führen.

Die Schließung war von den Heilbronner Mehrheitsgesellschaftern in der Regionalen Gesundheitsholding, zu der die Hohenloher Krankenhaus GmbH gehört, gefordert worden, um 2017 Geld aus dem Krankenhausstrukturfonds zu bekommen. Zuletzt war  Klinik Künzelsau defizitär. Allein für das Jahr 2016  steht ein Defizit von rund vier Millionen Euro im Raum, nachdem 2011 noch eine schwarze Null geschrieben wurde.

„Der Landrat soll bitte mal erklären, warum es innerhalb kürzester Zeit in Künzelsau so ein Defizit gibt“,  forderte Dr. Andreas Eckle Landrat Matthias Neth auf, die Hintergründe zu nennen. Eckle, ehemals Ärztlicher Direktor des Hohenloher Krankenhauses, ist mit Gudrun Schickert Initiator der Mittwochsdemonstrationen für den Erhalt des Künzelsauer Krankenhauses. Er kündigte an, in der nächsten Woche mit seinen Mitstreitern eine Bürgerinitiative für den Erhalt des Krankenhauses zu gründen. Am nächsten Mittwoch soll wieder an gleicher Stelle demonstriert werden.