Nicht noch einmal das Plus vervespern

Von Matthias Stolla

Künzelsau - „Es ist ein langer Weg, den wir vor uns haben“, sagte der Landrat und meinte damit weniger die 32 Kilometer Bahnstrecke von Cappel nach Schwäbisch Hall. Vielmehr geht es Helmut M. Jahn um die Menge von Zeit und Arbeit, die vor all jenen liegen, die sich für eine Verlängerung der Stadtbahn bis Hall verkämpfen wollen.

Der Hohenlohekreis und sein östlicher Nachbar wollen eine Studie auf den Weg bringen, die Möglichkeiten auf der bestehenden Bahnstrecke untersucht (wir berichteten): die Palette reicht von zusätzlichen Fahrten über die Elektrifizierung bis zum Stadtbahnaschluss für die Stadt Schwäbisch Hall. Zwischen 100 000 und 150 000 Euro werde die Studie kosten, informierte Kreiskämmerer Helmut Kercher die Kreisräte im Verwaltungs-, Wirtschafts- und Verkehrsausschuss.

Begriffen

Die Idee kam bei den Räten gut an. „Wenn wir wollen, dass sie 2020 fährt, ist es gut, wenn wir das jetzt auf den Weg bringen“, sagte Herbert Kümmerle (SPD). Seine Fraktionskollegin Irmgard Kircher- Wieland erinnerte daran, dass der Landkreis Hall dem Vorhaben einst ablehnend gegenüberstand: „Ich bin froh, dass die Haller endlich begriffen haben, worum es geht.“ Karlheinz Börkel regte an, auch eine Anbindung von Künzelsau untersuchen zu lassen und rief damit den Kreisstadtbürgermeister auf den Plan. Volker Lenz warnte: „Nicht dass uns das gleiche Missgeschick noch einmal passiert.“ Das Kochertal sei damals, als die Wirtschaftlichkeit der Strecken untersucht wurde, „nicht so gut betreut worden“, befand Lenz. Das „große Plus“ der Strecke bis Öhringen sei mit ihrer Verwirklichung „vervespert worden“, der Rest bis Künzelsau müsse mit einer negativen Bewertung und folglich ohne Stadtbahnanschluss auskommen.

Da schwang Kritik mit, die auch der Landrat hörte. Jahn warnte vor „Legendenbildung“ und betonte: „Es war damals schon klar, dass die Anbindung von Künzelsau nicht wirtschaftlich ist.“ Dennoch sei der Kreis offen und werde Künzelsau „in irgendeiner Form einbinden“.

Strom

Für Rolf Weibler (CDU) hat die Elektrifizierung des stromlosen Teilstücks zwischen Cappel und Hall Priorität: „Das ist die einzige Chance, die Strecke zu erhalten.“ Helmut Kercher stimmte zu: „Das muss unser Ziel sein.“ Der Kämmerer schränkte ein: „Wenn das die Bahn machen würde, würde uns das viel besser gefallen.“ Schließlich ist die Bahn Eigentümerin der Bahnstrecke, und die Elektrifizierung sei, so Landrat Helmut M. Jahn, „mit das teuerste in dem Projekt“.



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