Neue Hoffnung für die Klinik Künzelsau

Künzelsau  Das letzte Wort über die Schließung der Klinik in Künzelsau ist offenbar noch nicht gesprochen. Unterdessen gab es auch am Mittwochabend eine Demonstration.

Von Thomas Zimmermann

In der Kreistagssitzung am vergangenen Freitag haben die Räte zwar mit überwältigender Mehrheit beschlossen, einen Antrag auf Gelder aus dem Strukturfonds zu stellen. Gelder aus diesem Bundesfonds fließen aber nur, wenn die Klinik Künzelsau geschlossen und in Öhringen neu gebaut wird. In Künzelsau soll lediglich ein Medizinzentrum erhalten bleiben. Wie das genau ausgestattet werden soll, ist noch offen. 

Gleichzeitig wurde im Kreistag aber auch beschlossen, dass der Landrat neue Verhandlungen mit potentiellen Interessenten führen soll. „Der Kreistag hat mich klar beauftragt, alle Optionen für das Krankenhaus Künzelsau auszuloten“, betont Neth. „Und wir sagen ein Medizinzentrum ist gut, aber wenn mehr geht, wollen wir mehr“, so der Landrat weiter.

Hoffnung

Vor allem an Verhandlungen mit dem Diak knüpfen sich einige Hoffnungen. „Für die Bürger der Region wäre eine enge Kooperation mit dem Diak in Schwäbisch Hall das Beste. Die Ärzteversorgung wäre top und die Patienten würden wieder kommen“, ist Christian von Stetten sicher. „Ich würde die Hoffnung nicht zu hoch hängen, aber wir hoffen natürlich, dass die Gespräche, die der Landrat führt, erfolgreich sind“, ergänzt Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann. 

Auf diesen Weg setzen auch die Bürger, die in der Vorwoche für den Erhalt der Künzelsauer Klinik demonstrierten. „Die Zusammenarbeit mit dem Diak macht Sinn. Ich hoffe nur, dass das nicht wieder eine Luftblase wird“, warnt Andreas Eckle. Der langjährige ärztliche Direktor am Hohenloher Krankenhaus hat die Proteste zusammen mit Gudrun Schickert und dem Künzelsauer Stadtrat Hans-Jürgen Saknus initiiert. „Die Leute drängen darauf, dass wir weitermachen“, betont Andreas Eckle.

Demo

Knapp 200 Protestierer, teilweise mit Trillerpfeifen und Rätschen ausgestattet, taten auch am Mittwochabend ihren Unmut kund. Andreas Eckle begrüßte die Teilnehmer und bat jeden, sich in den nächsten Tagen mit Ideen einzubringen. Nach der rund 20-minütigen Protestaktion vor dem Künzelsauer Krankenhaus machten sich die Bürger zu einem Demonstrationszug rund ums Krankenhaus auf.

In den nächsten Tagen wollen sich die Organisatoren zusammensetzen und das weitere Vorgehen analysieren. Dann soll ein Verein oder eine Bürgerinitiative gegründet werden.

Inzwischen hat Landrat Matthias Neth nach Informationen der Hohenloher Zeitung bereits erste Gespräche mit möglichen neuen Kooperationspartnern geführt. Über die Ergebnisse wurde Stillschweigen vereinbart. Weitere Verhandlungen sollen demnächst Folgen.

Sie sollen in den nächsten Wochen den Durchbruch bringen. „Ich will das zügig machen, denn Anfang nächsten Jahres laufen schon die Gespräche über die Verteilung der Gelder aus dem Krankenhausstrukturfonds“, betont Matthias Neth.

Viel Zeit bleibt also nicht mehr, um mit einem neuen starken Partner an der Seite die Klinikschließung in Künzelsau in allerletzter Sekunde abzuwenden. „Die Würfel sind noch nicht gefallen“, hofft nicht nur Christian von Stetten auf ein gutes Ende.