Der Preis des billigen Essens

Langenburg - Die kleinen Biobauern haben ihren Platz neben Bürgermeistern, Europaabgeordneten und dem Landwirtschaftsminister; die Chefs großer Lebensmittelhersteller treffen auf Adelige. Rund 100 Besucher hat das „Langenburg Forum 2013“ – sie alle eint das Interesse an Nahrungsmitteln und nachhaltiger Landwirtschaft.

Von Jan Berger

Prinz Charles besucht Baden-Württemberg
Der englische Thronfolger Prinz Charles spricht beim Langenburg-Forum. Foto: dpa
Langenburg - Die kleinen Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte haben ihren Platz neben Bürgermeistern, Europaabgeordneten und dem Landwirtschaftsminister Baden-Württembergs; die Chefs großer Supermarktketten und Lebensmittelhersteller treffen auf Lobbyisten und Adelige. Rund 100 Besucher hat das „Langenburg Forum 2013“ – sie alle eint das Interesse an Nahrungsmitteln und nachhaltiger Landwirtschaft.

Den Auftakt macht der ehemalige Außenminister Joschka Fischer (Grüne), der gemeinsam mit Philipp, dem Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg und der Stiftung von Prinz Charles das Forum organisiert hat. Die Frage der regionalen Produktion sei eine entscheidende, in der sich dramatisch verändernden Welt, gibt er den Ton der Konferenz vor. „

Regional ist aber kein Wert an sich, es muss mit qualitativen Zielen verbunden werden“, betont der Politik-Profi. „Regionaler Mist bleibt Mist!“

Zu den kleinen Biobauern gehört Prinz Charles sicher nicht. Unter seiner Marke „Duchy Originals“ gibt es in Großbritannien unzählige Produkte, vom Gebäck bis zum Getränk. In seiner Rede geißelt er die „aggressive Jagd nach günstigen Preisen“ bei den Lebensmitteln. Das schädige nicht nur die Umwelt, sondern mache auch die Berufe in der Landwirtschaft unattraktiv.

Wenn Ökosysteme zerstört werden und soziale Probleme durch die Niedrigpreise erwachsen, dann „kostet scheinbar billiges Essen nicht weniger als die Welt.“